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Bald nach der Gründung des Jesuitenordens entstanden zahlreiche Gruppen und Gemeinschaften, Kongregationen genannt, deren Mitglieder von der ignatianischen Spiritualität begeistert waren, die aber nicht die Berufung zum Jesuiten hatten. Auch heute gibt es viele Menschen, die durch die Erfahrung der ignatianischen Exerzitien nach Möglichkeiten suchen, ihre Spiritualität auch im Alltag zu pflegen und in Gemeinschaft zu vertiefen. Und es gibt Frauen, die ihre Berufung für eine Ordensgemeinschaft mit ignatianischer Ausrichtung entdecken. Die Ursulinen von Anne de Xainctonge Die Französin Anne de Xainctonge lebte zu Beginn des 17. Jahrhunderts und registrierte die Unstimmigkeiten im Leben ihrer Zeit: Viele Mädchen und Frauen waren ungebildet und daher benachteiligt. Dem wollte sie abhelfen, damit man Jesus Christus kennen lerne und ihn liebe. Sie wollte eine Frauengemeinschaft ohne Klausur gründen, was zu jener Zeit undenkbar war. Sie schöpfte ihre Kraft aus ihrem tiefen Glauben und liess sich von Jesuiten geistlich begleiten. So lebte sie sich mehr und mehr in die Spiritualität von Ignatius von Loyola ein und wünschte, dass die zukünftige Gemeinschaft diese Spiritualität als Basis ihres Glaubenslebens und Wirkens betrachtet. Alle Ursulinen, welche auf die Gründung von Anne de Xainctonge zurückgehen, sind in einer Föderation zusammengeschlossen. In der Schweiz existieren gegenwärtig drei Häuser: Fribourg, Brig und Sitten. Gemeinschaft Christlichen Lebens Die Gemeinschaft Christlichen Lebens (GCL) ist als ökumenisch offene, katholische Laienorganisation eine Bewegung von vielen kleinen Gruppen, deren Mitglieder sich ein- bis zweimal Mal pro Monat treffen. Ihre Spiritualität gründet in der Erfahrung der ignatianischen Exerzitien. Weltweit in 58 Ländern präsent, fördert sie eine ganzheitlich gelebte christliche Spiritualität im Alltag wie auch vielfältige gesellschaftspolitische Engagements ihrer Mitglieder und Gruppen. Die GCL arbeitet auf selbständiger Basis in vielen Projekten mit den Jesuiten zusammen. Schweiz: www.gcl-cvx.ch Europa: www.clc-europe.org Welt: www.cvx-clc.net Helferinnen Die Kongregation der Helferinnen ist eine internationale Ordensgemeinschaft päpstlichen Rechts. Sie lebt aus der Spiritualität des heiligen Ignatius von Loyola und wurde 1856 in Paris von Eugénie Smet gegründet, die 1957 von Papst Pius XII seliggesprochen wurde. Ihre Aufgaben orientieren sich an folgenden Zielen: Menschen begleiten und ihnen helfen, sich zu entfalten, Hoffnung zu leben und in Krisensituationen und Durchgängen Sinn zu erahnen. In der Vizeprovinz Schweiz leben heute 19 Schwestern, 7 davon im Bildungshaus Bruchmatt: www.bruchmatt.ch Congregatio Jesu In Anlehnung an die offizielle Bezeichnung der Jesuiten als Societas Jesu (SJ), heissen die früher als «Englische Fräulein» bekannten Maria-Ward-Schwestern seit 2004 Congregatio Jesu (CJ). Seit ihrer Gründung im Jahr 1610 durch Maria Ward orientiert sich die Gemeinschaft an der ignatianischen Spiritualität. Seit 1978 hat der Orden die gleichen Satzungen wie die Jesuiten. Deshalb sind auch ihre apostolischen Tätigkeitsfelder nicht grundsätzlich auf einzelne Berufe begrenzt, selbst wenn ihr hauptsächliches Engagement seit dem 17. Jahrhundert in der Unterrichtung von Mädchen und jungen Frauen besteht. Mehr unter: www.mariaward.de
Christoph Albrecht SJ, Basel
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