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In den Katalogen, den Personalverzeichnissen der Gesellschaft Jesu, steht hinter jedem Namen, welche Aufgaben dieser Jesuit hat, was er tut. Dort findet sich manchmal auf Latein der Satz: «Orat pro ecclesia et societate» Er betet für die Kirche und die Gesellschaft (Jesu). Damit ist sozusagen seine letzte Wegstrecke in dieser Welt bezeichnet. Man könnte sich denken: Jetzt kann er nur noch beten. Doch solch ein Gedanke wird der Sache nicht gerecht. Das wäre eine Unterbewertung des Gebetes. Jesus hat gesagt: «Ohne mich könnt ihr nichts tun.» Und nach Paulus sind wir ohne die Gnade Gottes und ohne seine Liebe nur eine klingende Schelle. Insofern dürfen wir Jesuiten dankbar sein, dass es diese Mitbrüder gibt. Sie erinnern uns an das Wichtigste: an unsere Einheit mit Gott. Er ist der Wirkende, wir sind die Wegbereiter, Gefährten beim grossen Werk der Heimholung der Menschen. «Für die Kirche und für die Gesellschaft Jesu»: Ist das nicht zu allgemein? Der Beter kann ja seine Bitten konkret formulieren. Und Jesus hat uns schliesslich das Vaterunser gelehrt: «Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.» Gibt es eine allgemeinere Bitte? So sind wir froh, dass wir diese älteren Mitbrüder unter uns haben. Und wir vertrauen auf ihre Gebetshilfe. Jesus kennt seinen geheimnisvollen Leib. Er weiss um das Geflecht unserer gegenseitigen Hilfsbedürftigkeit. Und all das geschieht ja letztlich im Heiligen Geist, der uns als Beistand gegeben wurde.
Wolfgang Hoffmann SJ, München
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