Jesuiten
 
    
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Bad Schönbrunn5. September 2010

Die Menschheit ist wie ein Vogel

Es wird wieder geheiratet, nicht nur im Wonnemonat Mai. Selbstverständlich ist das nicht. Noch vor wenigen Jahren konnte der amerikanische Erfolgsautor John Gray in seinem Bestseller „Mars und Venus“ sagen, Mann und Frau seien von unterschiedlicher planetarer Herkunft und passten nicht zusammen: Der Mann, der Macher und Macho, vom Mars; die Frau, schön und zart, hilfreich und gut, von der Venus. Die Rollen der Geschlechter waren denn auch fein säuberlich verteilt.
Frei nach Schillers Glocke:

Er draussen, sie drinnen.
Er strebt, sie webt.
Er wagt und wettet (an der Börse).
Sie hütet und rettet (was zu retten ist).


Sonntagskolumne von Niklaus Brantschen SJ in der Südostschweiz ...


Amazonas1. September 2010

Bericht über die aktuelle Situation des Amazonas

Drei Mitglieder der "équipe itinérante inter-institutionnelle amazonienne", darunter auch Fernando Lopez SJ, haben einen Situationsbericht mit dem Titel: Pan-Amazonia: de “patio trasero” a “plaza central del planeta” ¿Cuál es nuestra misión profética? verfasst, in dem sie die kommerziellen und politischen Interessen offenlegen, die hinter der gegenwärtigen Politik stehen und die sozialen Folgen für die dortige Bevölkerung ignorieren.
http://tinyurl.com/AMAZ0810


Frankfurt/M.23. August 2010

Friedhelm Mennekes SJ zum Tod von Christoph Schlingensief

Christoph Schlingensief – mit diesem Namen verbinden sich in der Kulturlandschaft viele Begriffe: Rastlosigkeit, Provokation, Chaos, aber auch Glaube und Suche. Es war sein Thema, unsere menschliche Existenz auszuloten, seine Kunst war mit unserem Leben, seinen Absurditäten und seiner Tragik untrennbar verbunden. Er nahm die Lügen der modernen Gesellschaft in den Blick und zeigte sie, zumeist verstörend, aber immer laut. Zuletzt gestaltete er auch sein Sterben öffentlich. Am vergangenen Samstag ist er im Alter von 49 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Birgit Schepers vom Domradio hat den langjährigen Leiter der Kunststation Sankt Peter in Köln, Friedhelm Mennekes SJ, nach der Bedeutung des Lebens und der Kunst Schlingensief für Glauben und Kirche befragt.

Friedhelm Mennekes: Es ist der Tod eines sehr lebendigen Künstlers. Eines Künstlers, wie wir ihn in Deutschland nicht regelmäßig haben. Wie er unter den vielen Künstlerinnen und Künstlern auftaucht, lebt und wirkt - und dann wieder verzieht. Dazu gehörte er. Ich habe ihn immer als einen sehr tief geprägten Menschen gesehen. Für mich war er kein Provokateur. Es war einfach einer, der die Kunst thematisierte - und zwar in verschiedenen Richtungen. Und ein Mann, der übersprühte von Kreativität. Und einer, wenn ich das sehr vorsichtig sagen darf, der in der Tradition der katholischen Künstlertypen im 20. Jahrhundert steht.

Mennekes und Schlingensief kannten sich aus der gemeinsamen Lehrtätigkeit an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig, aber auch aus ihrer gemeinsamen Verbundenheit mit Joseph Beuys. In seinem öffentlichen Sterben hat Schlingensief immer wieder den Glauben und die Kirche thematisiert und sich an ihnen abgearbeitet. Mennekes sieht selbst im Sterben den Künstler Schlingensief.

Friedhelm Mennekes: Aber auf jeden Fall würde ich sagen: Er war ein Zeuge. Zeuge eines Menschen, der krank ist, der auch weiß, dass die Menschen mehr krank sind, als sie zugeben, und dass die Kultur mehr Krankheiten birgt, als sie sie nach außen zelebriert. In dem Sinn war er ein offener Kranker. Wenn ich mir das erlauben darf: Hier berührt sich seine Rolle mit der des kranken und sterbenden Papst Johannes Paul II. Es ist das seltsame Phänomen, dass die Figur einer Zeit jetzt auf einmal zu einem Synonym wird, oder besser gesagt: zu einem Zeichen für andere. Für ihn war die Krankheit kein Fluch, sondern - in dieser Tradition auch - ein Wert, der ihn herausfordert, sich zu stellen und damit umzugehen. Das wiederum war ja sicherlich auch etwas, was Johannes Paul II. gegeben hat: es war eine der großen, tiefen Botschaften und Bilder. (radio vatikan)


Ägypten13. August 2010

Henri Boulad SJ: „Europa ist die Seele abhanden gekommen“

Nach Überzeugung des ägyptischen Jesuiten und Mystikers Henri Boulad ist Europa „die Seele abhanden gekommen“. Die Europäer hätten seit dem Erlangen von Frieden und Wohlstand nach dem Weltkrieg „kein zentrales Projekt“ und „keine Vision, nichts, wofür es sich zu kämpfen lohnt“. Das sagte der bekannte Buchautor, der bis 1995 Leiter der Caritas Ägypten war, jetzt in einem Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung. Es sei bedauerlich, dass sich die Kirche ausgerechnet während dieses Sinnvakuums in der Krise befinde. Dabei liege das Problem weit tiefer als in den zutage getretenen Missbrauchsfällen. Der Glaube sei für die Menschen in Europa nicht mehr wichtig, in die Kirche hätten sie das Vertrauen verloren: „Das ist die Tragik.“ Der Kirche empfahl Boulad einen „vollständigen Kurswechsel“ hin zu mehr Flexibilität und Kreativität, um den vorhandenen Durst der Menschen nach Mystik und letztlich nach Gott besser stillen zu können. Derzeit scheine die Kirche „blockiert“: „Sie stemmt sich gegen jede Änderung“. Hätten internationale Großkonzerne wie Sony oder Coca Cola ähnliche Probleme, würden sie längst einen Beraterstab engagieren und ihre Strategie um 180 Grad ändern, so Boulad. Und weiter: „Wir haben die Schätze unserer Spiritualität in eine Kiste gesteckt und bewahren sie in einem tiefen Keller.“ Auch suchende Menschen fänden schwer Zugang und wendeten sich esoterischen Bewegungen zu, statt die reiche christliche Tradition zu entdecken. Mystik in der katholischen Kirche kann laut Boulad aber „niemals ein kleiner esoterischer Zirkel sein“. Mystik sei vielmehr die „Wiederentdeckung des Heiligen im täglichen Leben“.
Als Beispiel für gelungenes „Aggiornamento“ von Spiritualität nannte Boulad eine von ihm kürzlich besuchte Gemeinde, in der ein eigener Ritus eingeführt wurde, um die erste Arbeitsstelle von Jugendlichen zu feiern. Statt sich auf die sieben Sakramente zu beschränken, gelte es neue Riten zu entwickeln, „die den Menschen heute nahe gehen“, regte der ägyptische Jesuit an. Ohne eine spirituelle Erneuerung werde es nicht gelingen, die Menschen in die Kirche zurückzuholen. (radio vatikan)


Bad Schönbrunn10. August 2010

„Schön, dass Du noch ganz der Alte bist“

Wir feierten einen runden Geburtstag meines Bruders. Zum Abschied sagte er mir, ich solle bleiben wie ich bin. Das erinnerte mich an eine Geschichte von Bert Brecht: „Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüsste ihn mit den Worten: ‚Sie haben sich gar nicht verändert.’ ‚Oh!’ sagte Herr K. und erbleichte.“

Sonntagskolumne in der Südostschweiz von Niklaus Brantschen SJ

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Nepal8. August 2010

Bischof Anthony Francis Sharma SJ befürchtet Chaos

Erneut ist in Nepal die Wahl eines neuen Regierungschefs gescheitert. Der frühere Regierungschef Pushpa Kamal Dahal von den Maoisten verfehlte auch im vierten Wahlgang deutlich die notwendige Mehrheit. Beobachter befürchten durch das Machtvakuum eine weitere Destabilisierung des Landes. Im Interview mit uns äußert der Apostolische Vikar von Neapel, Bischof Anthony Francis Sharma SJ, seine Besorgnis.

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Manila19. Juli 2010

Albert Alejo SJ: “Wir vertrauen in die Verpflichtung der Regierung auf die Menschenrechte"

Menschenrechtsorganisationen wie "Human Rights Watch" fordern den neuen Präsidenten, Benign Aquino, auf das Engagement im Lande für die Vertedigung der Menschenrechte zu verstärken und dazu vor allem die gegenläufigen Machtstrukturen abzubauen, die sich in der öffentlichen Verwaltung und im Heer eingenistet haben. Dieser Appell erfolgte nach dem dritten Mord an einem Menschenrechtsaktivisten innerhalb von 10 Tagen unmittelbar nach der Amtsübernahme von Aquino; am 12. Juli wurde nach Dguio und Fernando Baldomer der 27jährige Lehrer Masbate Mark Francisco ermordet.

"Ich glaube, dass der Präsident diese Probleme gut kennt und sie jeetzt in Angriff nehmen wird. Wir vertrauen auf ihn" kommentierte Albert Alejo SJ, der sich vor allem auf der Insel Mindanao, wo er lebt, für die Verteidigung der Menschenrechte engagiert. "Aquino stammt aus einer Familie, die während der Diktatur gelitten hate. Diese jüngsten Morde sind Zeichen dafür, dass Kräfte, die noch mit dem alten Regime verbunden sind, den Präsidenten vor der Öffentlichkeit in Schwierigkeiten bringen wollen.

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Berlin10. Juli 2010

Jörg Alt SJ fordert Finanztransaktionssteuer

Die Einführung einer Finanztransaktionssteuer ist überfällig. Zu diesem Ergebnis sind die ehemalige Bundesministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul und Jörg Alt SJ gekommen, wie aus einer Pressemitteilung von diesem Freitag hervorgeht. Im Rahmen der Veranstaltung „Forum Eine Welt“ forderten die beiden Vertreter der Kampagne „Steuer gegen Armut“ am Mittwoch in Berlin, dass „die Verursacher der Krise endlich zur Verantwortung gezogen und an den Kosten der Krisenbewältigung beteiligt werden.“ Eine solche Steuer könne bis zu 20 Milliarden Euro einbringen. Mit diesem Gewinn könnten die globale Armut bekämpft und die UN-Millenniumsziele erreicht werden, erklärten sie. Der G-20-Gipfel in Toronto habe keine Ergebnisse gebracht, jetzt müssten sich die Länder der Euro-Zone in der Pflicht sehen, heißt es in dem Schreiben. (radio vatikan)


Frankfurt/M4. Juli 2010

Papst Benedikt XVI. am Grab von Papst Coelestin V.

Zum zweiten Mal in seiner Amtszeit wird heute Papst Benedikt XVI. das Grab seines Amtsvorgängers Coelestin V. besuchen. Peter vom Morone gründete im 13. Jahrhundert den Coelestinerorden, in dem er die monastische und eremitsche Lebensweise zu verbinden suchte. 1294 wurde er zum Papst gewählt und nahm den Namen Coelestin V. an. Viele sahen in ihm den Papa Angelicus, den Engelspapst, der gemäss den Weissagungen des Zisterziensermönchs Joachim von Fiore ein neues kirchliches Zeitalter einläuten sollte.
Coelestin V. fühlte sich seinem Amt aber nicht gewachsen und legte es nach wenigen Monaten nieder.

Klaus Schatz SJ, emeritierter Professor für Kirchengeschichte an der Jesuitenhochschule Sankt Georgen charakterisiert Coelstin V. folgendermassen:

„Das besondere an Coelestin ist, dass er nach weniger als einem halben Jahr als Papst abgedankt hat, weil er seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Es hat zwar auch andere Päpste in der Geschichte gegeben, die zurückgetreten sind, Coelestin V. bietet aber den einzigen Fall eines Rücktritts eines Papstes, dessen Legitimität nicht bestritten war.“

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Kirgistan29. Juni 2010

Stellungnahmen von zwei Jesuiten zum aktuellen Konflikt

Anti-christliche Ressentiments haben im aktuellen Kirgistan-Konflikt keine Rolle gespielt, das schreibt der in Jalalabad tätige Jesuit Krzystzof Korolczuk SJ in einem Brief von diesem Montag. „Es ist ein politischer Konflikt mit ethnischen Bestandteilen, der sich in keiner Weise gegen Christen richtet.“ Wenn usbekische und kirgisische Christen bei der Verteidigung ihrer Häuser getötet wurden, dann sei das nicht aus Gründen der Religionszugehörigkeit, sondern der Nationalität geschehen. Auch hätten muslimische Anführer keinerlei anti-christliche Parolen ausgegeben. Korolzcuks Mitbruder, Damian Wojciechowski SJ, berichtet in einem Schreiben von diesem Montag, dass sich die Lage in der Region etwas beruhigt habe, das Ausmaß an Zerstörung jedoch noch nicht einzuschätzen sei. Die Situation im Süden des Landes sei unübersichtlich. Die staatlichen Autoritäten stünden oftmals „passiv und machtlos“ da, so der Jesuit. Seinen Angaben nach sind rund 100.000 Usbeken zurzeit auf der Flucht. Marodierende Jugendbanden zögen durch die Städte. Noch könne niemand einschätzen, wie sich die Lage entwickeln werde. Die katholische Gemeinde biete sowohl Kirgisen als auch Usbeken Schutz und medizinische Grundversorgung. (radio vatikan)


Bad Schönbrunn27. Juni 2010

Wenn der Arzt Ruhe verschreibt ...

„Wenn ich Arzt wäre und man mich fragte: Was rätst du? – Ich würde antworten: Schaffe Stille.“ Dieses Wort von Sören Kierkegaard gibt zu denken. Oder zumindest zu reden. Über Stille, Ruhe und Sammlung wird in der Tat viel gesprochen und geschrieben. Stille, oder das Fehlen der Stille, ist zum Thema geworden. Der Lärm ist gross. Einem Teppich gleich breitet er sich über die Siedlungsgebiete aus, belastet Mensch und Tier und gefährdet ihre Gesundheit. Körper und Seele reagieren auf den Stress durch zu viel Lärm: Erhöhter Blutdruck, Herzinfarkt, Magengeschwüre, Schlafstörungen und Depressionen sind nur einige der möglichen Folgen. Technische Massnahmen wie Lärmschutzwände und Flüsterbeläge hinken um Jahre hinter den Lärmschutzverordnungen her. Es ist zu einem Politikum, zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden, nicht nur entschieden und nachhaltig gegen Luft,- Licht- und andere Umweltverschmutzung zu kämpfen, sondern auch gegen Lärm und für mehr Stille.

Sonntagskolumne vom 27. Juni 2010 von Niklaus Brantschen SJ in der Südostschweiz ...


Rom22. Juni 2010

Kirche und Pädophilie - eine offene Wunde

Auf die Forderung von Papst Benedikt XVI., in der Frage des sexuellen Missbrauchs durch Kleriker Klarheit zu verschaffen, reagierten die beiden Jesuiten Hans Zollner SJ und Giovanni Cucci SJ, beide Professoren an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, mit der Veröffentlichung des Buches: "Chiesa e pedofilia. Una ferita aperta".

Weiterführende Stellungnahmen und Interview mit Hans Zollner SJ und Giovanni Cuccui SJ ...


Frankfurt/M21. Juni 2010

Friedhelm Hengsbach SJ: Kritik an der aktuellen Sozialpolitik

Als „entwürdigend“ hat der katholische Sozialethiker Friedhelm Hengsbach die Vergabepraxis des Arbeitslosengelds II kritisiert. Als Beispiele nannte Hengsbach eine Praxis des „Herumschnüffelns“ in den Wohnverhältnissen von Hartz-IV-Empfängern sowie Benachteiligungen bei sozial schwachen Kindern und Jugendlichen, sagte der Jesuit am Samstag in Berlin. Kritik übte Hengsbach auch an den Sozialworten beider großer Kirchen. Diese erklärten die Missstände bei Hartz IV im Wesentlichen durch menschliches Versagen. Die Kirchenleitungen hätten Hartz IV lange unterstützt, obwohl die Reform Systemfehler enthalten habe. So sei es falsch, dass Hartz IV „gesellschaftliche Risiken wie Arbeitslosigkeit, Altersarmut, schwere Krankheiten und die Zugehörigkeit zum weiblichen Geschlecht“ als individuelle Probleme klassifiziere, so der frühere Leiter des Nell-Breuning-Instituts für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik an der Frankfurter Jesuiten-Hochschule Sankt Georgen. - Hengsbach äußerte sich am Wochenende beim ersten „Berliner Kongress zur Zukunft von Hartz IV“, den die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und ihr Diakonisches Werk in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche veranstalteten. (radio vatikan)


Ankara17. Juni 2010

Felix Körner SJ: „Dialog ist kein Missionsersatz“

Den eigenen Glauben im Dialog mit Muslimen nicht zu relativieren - dazu ruft Felix Körner SJ Menschen christlichen Glaubens auf. In einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag) zeichnet der Islamkenner Stationen des katholischen Verhältnisses zum Islam nach und benennt klare Grenzlinien zwischen den beiden Religionen. Hier eine Zusammenfassung des Beitrags von Felix Körner SJ.

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Rom10. Juni 2010

Johannes Zollner SJ: Missbrauchsdebatte braucht Wissenschaftlichkeit und Rationalität

„Viel Staub und wenig Wissen“ sei in den letzten Monaten rund um das Thema Missbrauch aufgewirbelt worden. Das findet der Autor des Buches „Kirche und Pädophilie – Eine offene Wunde“, Pater Giovanni Cucci, der die Neuerscheinung am Dienstagabend an der Päpstlichen Hochschule Gregoriana vorstellte. Thomas Blanck hat mit seinem Koautor, Pater Hans Zollner, über die Motivation hinter dem Buch gesprochen.

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Zürich9. Juni 2010

Europa trifft China - Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich

China wird heute als Gigant des Welthandels wahr­genommen, als scheinbar übermächtiger Konkurrent, und doch als großer Unbekannter. China, die Wirtschaftsmacht im Fernen Osten, ist im Wirtschafts­leben des Westens allgegenwärtig. In der Ausstellung "Europa trifft China - China trifft Europa" sollen die Ursprünge europäisch-chinesischer Beziehungen sichtbar werden. "Die Ausstellung im Lichthof der Universität Zürich stellt das Wirken der Jesuiten in China vom 16. bis 18. Jahrundert im Hinblick auf den wissenschaftlichen Austausch dar", erklärte Dr. Paul Widmer. Die Ausstellung dauert noch bis am 3. Juli.

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Rom30. Mai 2010

Papst Benedikt XVI: „Christentum kann China bereichern“

Eine Wiederentdeckung des Christentums in China kann dem Reich der Mitte viel Gutes bringen. Das betonte Papst Benedikt XVI. am vergangenen Samstagmittag. In der Audienzhalle sprach das katholische Kirchenoberhaupt vor rund 7.000 Pilgern und Besuchern anlässlich des 400. Todestages von Jesuitenpater Matteo Ricci (1552 bis 1610). Die Audienz war von den italienischen Diözesen der Region Marken organisiert. Ricci stammte ursprünglich aus dieser Region. Er war als Missionar in China tätig und setzte vor allem auf einen langfristigen Dialog. Benedikt XVI.:

„Auch ich drücke, wie Pater Matteo Ricci, meine tiefe Bewunderung gegenüber dem chinesischen Volk und seiner tausendjährigen Kultur aus. Ich bin davon überzeugt, dass das Christentum gute Früchte bringen sowie ein friedliches Zusammenleben zwischen den Völkern fördern kann. Erinnern wir uns daran, dass der Jesuitenpater zu einem echten Chinesen unter den Einheimnischen wurde.“

Die Bewunderung für den Jesuitenpionier Ricci schmälere aber nicht den eigenen ideellen Reichtum Chinas, so Benedikt XVI.

„Gerade Riccis Art des Dialogs, der weder wirtschaftlich noch politisch motiviert war, sondern rein freundschaftliche Ziele verfolgte, macht aus ihm und seinen Nachfolgern wahre Brückenbauer zwischen China und dem Westen. Sie und die ersten Konvertiten sind die Säulen der Kirche in China.“ (Radio Vatikan)


Zürich29. Mai 2010

Die Jesuiten in China - Ausstellung und Tagung in der Universität Zürich

Der Ferne Osten ist heute der zukunftsträchtige Wirtschaftsraum, auf den die ganze Welt mit Erwartungen blickt. Interessant ist dabei, dass bereits vor 400 Jahren die Portugiesen mit ihrem Handelsimperium bis zum Reich der Mitte vorgreifen wollten - und dass die Jesuiten dabei eine grosse Rolle als Vermittler der beiden Kulturen spielten. Zu diesem Anlass gestaltete das Bodensee-Institut im Lichthof der Universität Zürich die Ausstellung »Europa trifft China – China trifft Europa«, in der die Ursprünge europäisch-chinesischer Beziehungen sichtbar werden.

Am 14./15. Juni 2010 findet im Auditorium Maximum der Universität Zürich ein Symposium anlässlich des 400. Todesjahres des bedeutenden Jesuiten und Chinamissionars Matteo Ricci statt.


Bad Schönbrunn24. Mai 2010

Pfingsten, das Fest des immer grünen Geistes

Pfingsten verbinde ich unweigerlich mit Wachsen und Blühen, kurz: mit der Farbe grün. Dabei bin ich mir bewusst, dass die Kirche Pfingsten in Rot feiert. Rot ist die Farbe der Liebe, der Vitalität und Sinnlichkeit. Des Feuers auch, das wärmt, reinigt und läutert. Und doch sehe ich bei Pfingsten nicht etwa rot. Ich sehe grün. Damit weiss ich mich in guter Gesellschaft mit Menschen der Mystik und Poesie.

«Gottes grünen Finger» nennt Hildegard von Bingen den pfingstlichen Geist. Für sie ist er «immer grün». Sie spricht von der «Grünkraft der Erde» und hält schliesslich fest: «Der lebendige Geist geht aus, wird grünender Leib und bringt seine Frucht: Das ist das Leben.» Leben ist isoliert nicht denkbar. Es ereignet sich in einem subtilen Netzwerk mit einem ständigen Austausch von Energie und Information.

Gedanken von Niklaus Brantschen SJ ...


Wien21. Mai 2010

Luis Gutheinz SJ über die aktuellen Tätigkeitsfelder der Jesuiten in China

Vor allem durch sein karitatives Engagement hat der Jesuitenorden in den vergangenen 25 Jahren in der Volksrepublik China wieder Fuß gefasst. Dort, wo jede kirchliche Aktivität mehr als kritisch beäugt wird, ist besonders in Lepradörfern und im Aidshilfe-Bereich der Kontakt zu den Menschen möglich. Das hat der Tiroler China-Missionar Luis Gutheinz SJ bei einem Matteo Ricci-Symposion an diesem Mittwoch in Wien erklärt. Reibungspunkte mit den Behörden gebe es immer wieder.

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Schanghai20. Mai 2010

Matteo Ricci SJ als Fürsprecher für die Einheit der Christen in China

„Wir bitten um die Fürsprach von Matteo Ricci SJ und von Xu Guang Qi für die Einheit der Kirche in China und wünschen uns ihre baldige Seligsprechung. Noch einmal möchte ich betonen, dass die Evangelisierungsmethoden von Matteo Ricci auch heute noch für die Evangelisierung Chinas geeignet sind“, so der 90jährige Bischof Jin Lu Xian SJ von Schanghai, bei der Eröffnung des Matteo-Ricci-Jahres in der Diözese Schanghai im Rahmen eines feierlichen Gottesdienst zum Gedenken an den 400. Todestag des großen Chinamissionars.

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Taipeh26. April 2010

Matteo Riccis Verdienste bei der Begegnung zwischen den Kulturen

Kardinal Paul Shan SJ unterstreicht den unschätzbaren Beitrag seines Mitbruders Matteo Ricci SJ zur Gemeinschaft und zum Dialog zwischen der chinesischen und der westlichen Kultur.
Zum Thema „Matteo Ricci: Gemeinschaft und Dialog zwischen der chinesischen und der westlichen Kultur“ sprach der emeritierte Bischof der Diözese Kao Hiung, bei einem Internationalen Kongress der Katholischen Fu Ren-Universität im Rahmen des Matteo Ricci-Gedenkjahres zum 400. Todestag des Jesuitenmissionars, der am 11. Mai 1610 in Peking starb.

In seinem Vortrag befasste sich der Kardinal mit verschiedenen Themenbereichen: der Einleitung folgten Ausführungen zum besonderen Respekt des Jesuitenmissionars gegenüber der chinesischen Kultur, der wissenschaftliche Beitrag Matteo Riccis zur chinesischen Kultur und dessen Bemühen um die Gemeinschaft zwischen der chinesischen und der westlichen Kultur. Dabei würdigte der Kardinal den unschätzbaren Beitrag seines Mitbruders, der „dem es gelungen ist, die Panzertür der Ming-Dynastie zu öffnen“. „Er hatte eine Brückenfunktion beim kulturellen Austausch zwischen China und dem Westen“ und „verkündete gleichsam das Evangelium Jesu Christi in China, was zur Gründung einer chinesischen Ortskirche führte“. Dabei „erklärte er den Glauben an Gott anhand von chinesischen Konzepten“ und „machte sich zum Zeugen des Glaubens durch sein Leben und sein ganzes Wesen“.

Nach Ansicht von Kardinal Shan nahm Matteo Ricci das Zweite Vatikanische Konzil 400 Jahre vorweg, indem er bereits zu seiner Zeit die drei Prinzipien des interreligiösen Dialogs erkannte: „gegenseitiger Respekt, gegenseitiges Kennenlernen, aufrichtige Zusammenarbeit“. Ein Geheimnis seines missionarischen Erfolgs seien auch das eingehende Studium der chinesischen Kultur und der Respekt gegenüber dieser Kultur ohne „blinde Verehrung“ gewesen. „Er brachte die westliche Wissenschaft mit großer Demut nach China und reformierte den chinesischen Ruf und befreite ihn von dessen nutzloser Theorie“. Dies alles, so Kardinal Shan sei von größter Aktualität, die für die heutige Evangelisierungstätigkeit in China von höchster Bedeutung sei. (Fidesdienst)


Mexiko26. April 2010

Adolfo Nicolas SJ: Zunahme von Gewalt und antidemokratischen Strömungen

Gewalt und antidemokratische Strömungen nehmen überall in der Welt zu, so der Generalobere der Gesellschaft Jesu, der aus Spanien stammende Adolfo Nicolas SJ, bei einem Besuch in Mexiko. „Heute gibt es immer mehr populistische Strömungen und weniger Demokratie, die Information wird manipuliert und die Menschen werden mit konfusen Informationen unter Druck gesetzt, damit sie nicht verstehen was tatsächlich passiert. Auch Webekampagnen manipulieren die öffentliche Meinung im Vorfeld von Wahlen oder zum Verkauf kommerzieller Produkte“, klagt der Ordensmann.

P. Nicolas SJ erinnert auch an die Zunahme von bewaffneter Gewalt im Zusammenhang mit Drogenhandel und belegt dies damit, dass nach statistischen Angaben allein in den vergangenen 6 Jahren in Mittelamerika 80.000 Menschen ermordet wurden. Dadurch sei die Region die gefährlichste weltweit.
In einem Vortrag am Institut für Technik und Bildung des Westens (ITESO) befasste sich Pater Pachon mit den Herausforderungen, mit denen sich sein Orden konfrontiert sieht: „Es handelt sich dabei um genau dieselben Herausforderungen mit denen sich alle konfrontiert werden, den Herausforderungen, denen die Menschheit gegenübersteht“, so der Jesuitenpater. Prioritäten seien heute die Ausrottung von Kriegen, Gewalt, sozialer Diskriminierung und Ungerechtigkeit. Als „großer Herausforderung der Menschheit“ bezeichnete der Generalobere auch die Bildungsarbeit, die einer zunehmend „komplexen“ Welt offen gegenüberstehen müsse und deshalb zunehmend anspruchsvoll sein sollte. Ein Großteil der insgesamt 18.500 Mitglieder des Jesuitenordens lebte heute in Lateinamerika, Afrika und Asien, weshalb man „die Zukunft der Gesellschaft Jesu vor diesem Hintergrund planen muss“. (Fidesdienst)


München24. April 2010

Stefan Dartmann SJ: „Ein konstruktiver Schritt zur Aufklärung und Aufarbeitung“

Einundsechzig Teilnehmer für einige Stunden - ein wohl eher symbolischer Beginn, aber ein Beginn. An diesem Freitag trat in Berlin zum ersten Mal der Runde Tisch zum Thema Missbrauch zusammen, die Ministerinnen Christina Schröder, Annette Schavan und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hatten eingeladen. Kirchenvertreter, Politiker, Kinderschutz-Vereinigungen und auch Opfervertreter saßen zusammen. Wir haben einen der Teilnehmer, den Provinzialoberen der Jesuiten in Deutschland, Stefan Dartmann SJ, gefragt, mit welchem Ziel man in die Gespräche gegangen ist:

„Diese erste konstituierende Sitzung des Runden Tisches hat vor allen Dingen das Ziel gehabt, einmal die Erwartungen an diesen Runden Tisch abzuklären. Es waren ja 61 Teilnehmer dabei, darunter fünf von der katholischen Kirche. Das zeigt auch schon, dass das Thema viel breiter ist, als dass es nur noch ein Thema der Kirche gewesen wäre, sondern dass es alle gesellschaftlichen Gruppen bewegt.“

Waren das denn überhaupt Gespräche, bei so vielen Teilnehmern?

„Nein, es waren Beiträge - man konnte sich zu Wort melden, und wir haben insgesamt etwa 40 kurze Beiträge von den Repräsentanten verschiedener Organisationen gehört, die jeweils klarmachten, was aus der Sicht ihrer Organisation oder ihrer Kompetenz – es waren auch eine ganze Reihe von Wissenschaftlern dabei – für die kommende Arbeit wichtig wäre.“

Wie geht es weiter?

„Es wird jetzt drei Arbeitsgruppen geben; eine dritte Arbeitsgruppe war eigentlich gar nicht vorgesehen, wurde aber spontan während dieses Gespräches von der Bildungsministerin Frau Schavan ins Gespräch gebracht. Diese drei Arbeitsgruppen sind also: einerseits die Frage nach der Prävention und der Intervention. Die zweite Gruppe behandelt das Thema juristische Aspekte, auch die materielle und immaterielle Anerkennung des erfahrenen Leides. Und die dritte Gruppe handelt von Forschung, von Lehre und auch von Weiterbildung und Ausbildung in dem Bereich.“

Die Bild-Zeitung meldet heute, 77 Prozent der deutschen Katholiken hätten den Eindruck, die Kirche versuche, manches zu vertuschen. Ist dieser Runde Tisch ein Schritt in die andere, die richtige Richtung?

„Ich glaube, es geht hier nicht um die Beantwortung der Vorwürfe, die heute in den Zeitungen stehen, sondern es geht hier um einen konstruktiven Schritt zur Aufklärung - um an der Aufklärung und an der Aufarbeitung dieser Fragen mitzuarbeiten. Insofern würde ich sagen, es ist ein Schritt in diese Richtung.“ (Radio Vatikan)


Simbabwe21. April 2010

"Die Kirchen müssen das Volk ernähren"

Es klingt nach Zynismus: Ausgerechnet Präsident Robert Mugabe hat zum Ende der politischen Gewalt in Simbabwe aufgerufen und zur Konzentration auf den Wiederaufbau des Landes. Das hat er Anfang der Woche zum 30. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes von Großbritannien gesagt. Zynisch kling es deshalb, weil Kritiker Mugabe vorwerfen, dass das heruntergewirtschaftete Land gerade ein Ergebnis seiner seit drei Jahrzehnten andauernden Macht sei. Oskar Wermter SJ ist Kommunikations-Direktor der Jesuiten in Simbabwe. Er warnte im Interview mit Radio Vatikan, dass das Leben für die Menschen in Simbabwe immer schwieriger wird:

„Ich betrachte die Situation aus der Sicht der normalen Leute, der Männer und Frauen, der arbeitenden Bevölkerung und vor allem aus der Sicht der vielen Arbeitslosen. Für sie ist die Lage besonders ernst.“

Bittere Armut herrscht in der früheren britischen Kolonie Rhodesien. Die vergangenen Wahlen waren von blutigen Unruhen überschattet. Erst auf starken internationalen Druck hin gelang es Anfang des vergangenen Jahres eine Regierung der nationalen Einheit zu bilden; Mugabe blieb im Amt des Präsidenten und seine Konkurrent Morgan Tsvangirai regiert seitdem als Ministerpräsidenten. Doch Oskar Wermter SJ sieht seitdem kaum Besserung:

„Von einer ökonomischen Erholung gibt es keine Spur. Dazu bräuchte es große Investitionen von den Industrienationen, aber die Einheits-Regierung hat sich bis jetzt nicht an ihre Versprechen gehalten. Die ehemalige Regierungspartei von Präsident Mugabe beansprucht noch immer die ganze Macht für sich und will das Land kontrollieren. Drei bis vier Millionen Simbabwer haben das Land verlassen und das ist ja wohl ein Zeichen des Misstrauens.“

Nach der Unabhängigkeit fand Mugabe Beachtung dafür, dass er Schwarze stärker an der Wirtschaft, vor allem an der Landwirtschaft, beteiligte – aber das hielt nur kurz vor, bis blutige Enteignungen vieler Weißer bekannt wurden. Die einstige Kornkammer Simbabwe ist inzwischen am Boden und kann ihr Volk nicht selbst ernähren. Noch einmal Oskar Wermter SJ:

„Wir haben hier noch immer eine große Hungersnot. Die christlichen Kirchen müssen das Volk zu einem großen Teil ernähren, ganz besonders die Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind und die AIDS haben. Viele an Aids erkrankte Eltern sind gestorben und die alten Großeltern, die sehr arm sind und kein eigenes Einkommen haben, müssen sich jetzt um ihre verwaisten Enkel kümmern.“ (Radio Vatikan)


Bad Schönbrunn19. April 2010

Das andere Jerusalem: Wenn der Feind ein Freund ist

Diese Kolumne schreibe ich in Jerusalem. Einmal mehr hat ein Friedensprojekt Pia Gyger und mich zusammen mit einem Team in diese Stadt geführt. Was das denn bringe, fragen uns Menschen, die von unserem Projekt hören. Manche sind beinahe entsetzt und rufen aus: Um Himmels willen Jerusalem!

Jerusalem, Heilige Stadt, Stadt zweier Völker und dreier Religionen, hat aufgrund seiner, kulturellen, religiösen und politischen Bedeutung einen hohen symbolischen Wert für Millionen von Menschen. Die Einzigartigkeit der Stadt besteht nicht zuletzt darin, dass sich in ihr die ungelösten Menschheitskonflikte verdichten. Damit ist Jerusalem nicht nur Teil des Problems, sondern auch Teil der Lösung für den Konflikt im nahen Osten und in der Welt.

Kolumne von Niklaus Brantschen SJ in der Südostschweiz vom 18. April 2010 ...


Berlin15. April 2010

Klaus Mertes SJ: "Der Zorn ist richtig"

Den über Jahre verübten sexuellen Missbrauch am Berliner Canisius-Kolleg hat dessen gegenwärtiger Rektor Klaus Mertes SJ als Erster öffentlich gemacht. Ein Interview in der Tageszeitung DIE ZEIT:

DIE ZEIT: Pater Mertes, nach drei Monaten Kampf gegen Missbrauch und Vertuschung: Was ist Ihre größte Kritik an den deutschen Bischöfen?

Klaus Mertes SJ: Die Angst ist das Hauptproblem. Ich kenne sie auch von mir. Die Bischöfe, die sich selbst als Opfer darstellen, diskreditieren die gesamte Kirche.

Ganzes Interview ...


Rom11. April 2010

Zur Aktualität der Missionswissenschaften

Anlässlich der Neugestaltung der missionswissenschaftlichen Fakultät der Gregoriana war Michael Sievernich SJ zu Besuch in Rom, um über die Theologie der Mission zu sprechen.

Der Wandel und Rückgang der religiösen Praxis hat inzwischen auch Europa wieder zu einem Missionsland gemacht. Der Professor der Universität Mainz, Michael Sievernich SJ, sieht besonders im Zeitalter der Globalisierung neue Herausforderungen für die Mission:

„Mission ist heute überall und früher ging die Mission stärker von Europa in andere Kontinente aus. Heute kommt sie wie die Flut in der Ebbe wieder nach Europa, denn Afrika und Asien sind Kontinente, die das Christentum gewissermaßen mit Inbrunst für sich akzeptieren und aufnehmen.“

Im 19. Jahrhundert war die Mission eng mit dem Kolonialismus der europäischen Mächte verbunden. Die Mission war vor allem nach der Zeit der Dekolonisation negativ behaftet. Nachdem sich die europäischen Kolonialmächte vor allem aus Afrika zurück zogen, forderte man gleichzeitig eine Demission der Kirche. Michael Sievernich SJ erklärt, dass sich die Mission inzwischen einem Wandel unterzogen hat:

„Wir haben eigentlich ein halbes Jahrhundert gebraucht, um gewissermaßen diese negativen Ideen bei der Mission zu überwinden und sie von diesen ganzen Fragen des Kolonialismus freizumachen und jetzt sind wir in der Lage auch theologisch wieder neu darüber nachzudenken.“

Künftig werden Studierende an der Gregoriana in Rom ein Grundstudium in missionarischer Theologie absolvieren und ein Lizenziat erwerben können. Michael Sievernich SJ erläutert, warum die Mission wieder zu einem spannenden Forschungsfeld geworden ist:

„Ich sehe in der Mission eigentlich eine große Zukunft und zwar deshalb, weil sie eben nicht nur mehr von Europa ausgeht, sonder inzwischen von allen Kontinenten ausgeht und die Afrikaner und die Lateinamerikaner ihre missionarische Aufgabe nicht nur verstanden haben, sondern tatsächlich auch in die Praxis umsetzen. Eigentlich fängt es jetzt erst so richtig an, der Geist weht – wo und wann er will.“ (Radio Vatikan)


Berlin2. April 2010

Die Passion der Opfer - Karfreitagsgedanken zum sexuellen Missbrauch

Ich bin noch nicht so weit, aus einer Beobachterposition heraus über die Lawine sprechen zu können, die mein Brief vom 20. Januar 2010 an die betroffenen Jahrgänge des Canisius-Kollegs der 70er und 80er Jahre ausgelöst hat. Ich bin noch nicht einmal so weit ermessen zu können, wie groß die Lawine ist, die in diesen Tagen über die Kirche hinwegfegt, über Schulen, Vereine und Familien, über Deutschland, Holland, Europa. Doch betrachte ich schon in diesen österlichen Tagen und Wochen mit großem Erstaunen die Kraft, die das Wort der Opfer hat. Es hat eine Lawine zum Rollen gebracht und hält sie am Rollen. Alle Versuche der Angesprochenen, sich der Wucht der Lawine zu entziehen, erweisen sich als ohnmächtig. Im Gegenteil: Sie verstärken die Lawine.

Ganzer Artikel im Tagesspiegel von Klaus Mertes SJ ...


Würzburg29. März 2010

Wachsende Entfremdung von der Kirche in Deutschland

Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach SJ sieht eine wachsende Entfremdung der katholischen Kirche in Deutschland von den Menschen. „Sie schließt sich in ein kultisches und spirituelles Sondermilieu ein“, sagte der Jesuit am Wochenende in Würzburg. Milieustudien zeigten, dass die Kirche weder die jüngere Generation noch die unteren Bevölkerungsschichten erreiche. „Die katholische Kirche wird tendenziell zur bürgerlichen Klassenkirche.“ Außerdem fördere sie den Trend zur „hierarchischen Zentralisierung und räumlichen Konzentration“, kritisierte Hengsbach. Die Kirchenleitungen übersähen absichtlich oder fahrlässig, dass das erste Subjekt einer Glaubensgemeinschaft die Gemeinde sei. Diese werde durch die Strukturreformen konsequent geschwächt. Erschwerend komme hinzu, dass die Entscheidungsmacht auf den Stand ehelos lebender männlicher Kleriker konzentriert sei. Deshalb schlössen Christen zunehmend mit anderen Menschen jenseits kirchlicher Grenzen Bündnisse, um ihre Anliegen durchzusetzen. Die Kirche werde sich jedoch aus diesem „Exil“ befreien und sich in eine umfassende ökumenische Bewegung eingliedern, sagte der Theologe. „Sie wird Frauen den gleichen Zugang zu allen weihebasierten Leitungsämtern erschließen und die kirchlichen Ämter nicht an Lebensformen binden, die von denen abgelehnt werden, die für einen kirchlichen Dienst geeignet und berufen sind.“ (Radio Vatikan)


Luzern27. März 2010

Der Zölibat, gegen seine Bewunderer verteidigt

Am Beginn der neuen Enthüllungswelle über Missbräuche durch Kirchenleute standen die Schandtaten zweier Ex-Jesuiten in Berlin. Von daher empfiehlt es sich – zumal jetzt in der Fastenzeit - für Jesuiten, eher zu schweigen und zu fragen, was sie selbst zu einem Klima beigetragen haben, in welchem solche Täter teilweise jahrzehntelang ihre Perversionen ausleben konnten. Ich muss mich auch fragen, ob ich heute dort, wo ich lebe, für meine Mit-Jesuiten aufmerksam genug bin und zu einem Klima der Offenheit beitrage, sodass die anderen mir ihre Sorgen anvertrauen können.
In den vergangenen Wochen hat sich zudem gezeigt, dass das Thema der sexuellen Missbräuche die gesamte Katholische Kirche betrifft. Wie heilsam wäre es da, die Kirche würde auf allen Ebenen eine Zeit lang in sich gehen, die Ursachen ihres Versagens aufarbeiten, sich mit Belehrungen zurückhalten und sich erst nach einem Buss-Ritual, das weltweit neues Vertrauen weckt, zurückmelden.

Gedanken von Franz-Xaver Hiestand SJ ...


München20. März 2010

Eine kopernikanische Wende? - Was uns der Blick in die Dunkelheit lehrt.

Ich bin mit Leib und Seele Jesuit. Der spirituellen Tiefe und der geistigen Weite dieses Ordens verdanke ich, was und wer ich bin. Ich gehöre zur Generation von Kollegsrektor Pater Mertes und dem heutigen Pater Provinzial Dartmann. Wir haben gemeinsam mit Enthusiasmus und Optimismus vor dreißig Jahren diesen Weg begonnen, der uns an völlig verschiedene Ziele führte. Ich habe die privilegierte Existenz im „Elfenbeinturm“ in- und ausländischer Universitäten, die der Orden mir ermöglichte, gerne geführt. Das Thema „Missbrauch“ war eines, das ich vor allem aus der Lektüre der New York Times kannte, es berührte meine Lebenswelt wenig. Heute muss ich bekennen: Das Schweigen fing damit schon in unseren Köpfen an. Wir hatten zu wenig Sensorium für das, was da im kollektiven Dunkel der Vergangenheit existierte. Das Ziel des Ordens ist „iuvare animas“, den Menschen zu helfen. Es geht hier nicht um uns Jesuiten, sondern um die, die uns anvertraut wurden.Womit wir deshalb niemals fertig werden können und dürfen ist die Tatsache, dass einzelne von uns das Vertrauen, das kindliche Seelen in sie setzten, schändlich verletzt haben. Die volle und nur schwer erträgliche Anerkennung dieser Tatsache muss weitreichende und nachhaltige Konsequenzen zeitigen.

Stellungnahme von Godehard Brüntrup SJ ...


Bad Schönbrunn15. März 2010

Fasten: wieder Geschmack am Leben finden

Es ist Fastenzeit. Zeit zu fasten – oder wenigstens Zeit, darüber zu reden. Jedenfalls werde ich in diesen Wochen von verschiedenen Seiten gefragt, etwas zum Thema zu sagen oder zu schreiben. Das tue ich jeweils gerne, allerdings nicht ohne auch über das Essen ein Wort zu verlieren. Denn beim Fasten wird uns bewusst, wie eng Essstil und Lebensstil zusammenhängen und wie wahr der Satz ist: Der Mensch ist, wie er isst.

Kolumne in der Südostschweiz von Niklaus Brantschen SJ ...


Rom14. März 2010

Frederico Lombardi SJ: Klarer Kurs auf stürmischer See

Der Direktor des Pressebüros des Heiligen Stuhls, Federico Lombardi SJ, hat eine offizielle Stellungnahme zu den Missbrauchsskandalen in Deutschland veröffentlicht, die hier im Wortlaut wiedergegeben wird.

An diesem Wochenende, an dem sich die Aufmerksamkeit eines Großteils der europäischen Presse auf die Frage des sexuellen Mißbrauchs richtet, welcher von Personen und in Einrichtungen der katholischen Kirche verübt wurde, seien mir drei Bemerkungen erlaubt.

Ganzer Text ...


Rom10. März 2010

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi SJ zum sexuellen Missbrauch

Auch aus dem Vatikan kommt grünes Licht für einen Runden Tisch gegen Kindesmißbrauch in Deutschland, an dem alle großen gesellschaftlichen Kräfte vertreten sind. Die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ lobt die deutsche Bildungsministerin Annette Schavan dafür, dass sie „Null Toleranz“ für Mißbrauch an Schulen und Internaten fordert. Es sei richtig, jetzt „soviel Klarheit zu schaffen wie möglich“ – und zwar an allen Schulen und Bildungseinrichtungen, denn – so das Vatikanblatt – „diese schmerzhafte Frage betrifft ja nicht nur die katholischen Einrichtungen“. „Vielleicht“ – so sagt es an diesem Dienstag Vatikansprecher Federico Lombardi SJ – „kann die schmerzhafte Erfahrung der Kirche eine nützliche Lehre auch für andere sein.“ In einer Erklärung stellt sich der Jesuit, der den Vatikanischen Pressesaal leitet, hinter die Initiative zu einem umfassenden Runden Tisch in Deutschland und lobt die Entschlossenheit der deutschen Bischöfe zur Aufklärung des Geschehenen. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe Recht, wenn sie die „Ernsthaftigkeit und den Einsatz der deutschen Kirche“ für Aufklärung würdige.

Natürlich, so Lombardi weiter, seien „Fehler von kirchlichen Einrichtungen und Verantwortlichzen besonders abscheulich, weil die Kirche ja eine besondere erzieherische und moralische Verantwortung hat“. Doch müsse man die Frage auch „viel weiter stellen“ und die Anklagen nicht nur „auf die Kirche konzentrieren“. Lombardi verweist auf offizielle Zahlen aus Österreich: In einem bestimmten Zeitraum habe es dort 17 Missbrauchsfälle an kirchlichen, aber 510 an nicht-kirchlichen Einrichtungen gegeben. „Es ist durchaus angezeigt, sich auch um letztere Gedanken zu machen“, so der Papst-Sprecher.


Rom6. März 2010

Ausstellung über Andrea Pozzo

Das Österreichische Historische Institut in Rom widmet dem italienischen Maler, Architekten und Jesuitenbruder Andrea Pozzo (1642-1709) eine große Ausstellung. „Mirabili disinganni“ heißt die Schau, die am vergangenen Donnerstag im Palazzo Poli in Rom eröffnet worden ist. Gezeigt werden Werke des berühmten Jesuiten, der nicht nur für die Kulturgeschichte Roms und Oberitaliens, sondern in besonderem Maße für die Blüte des österreichischen und mitteleuropäischen Hochbarocks von großer Bedeutung ist. Zu den Organisatoren der Ausstellung zählt die Päpstliche Universität Gregoriana. – Der aus Trient stammende Maler schuf die perspektivischen Fresken in der römischen Kirche Sant´Ignazio, einen Seitenaltar mit dem Ignatiusgrab in Il Gesù, der Hauptkirche der Jesuiten in Rom, sowie die Pläne für den Nikolaus-Dom in Laibach. Er hatte bereits als Perspektivkünstler Weltruhm erlangt, als er 1702 an den Wiener Kaiserhof berufen wurde. (radio vatikan)

Weitere Informationen ...


Italien4. März 2010

Matteo Ricci SJ: „wie er sich von den Chinesen formen ließ“

Anlässlich des 400. Todestages des Jesuitenmissionars Matteo Ricci (Macerata, Italien 1552 – Peking 1610) organisierte die Päpstliche Universität Gregoriana am 2. März in Rom eine Konferenz, die unter einem von Matteo Ricci selbst geprägten Motto steht: „Ich habe mich ihnen in allem angepasst“. Der Untertitel lautet in diesem Sinn „Matteo Ricci, wie er von den Chinesen geformt wurde“. Im Einzelnen befassen sich die Teilnehmer mit folgenden Aspekten mit Blick auf das Leben von P. Matteo Ricci: die Anfangszeit von Matteo Ricci in Zhaoqing; Matteo Ricci und seine Bedeutung für die Evangelisierung in China heute; Matteo Ricci, wie er sich von den Chinesen formen ließ.

Eine weitere Konferenz zum 400. Todestag von Matteo Ricci findet vom 4. bis 6. März im Auditorium „San Paolo“ in Macerata unter dem Motto „Wissenschaft, Vernunft, Glauben. Das Genie Matteo Ricci“ statt. Die Veranstaltung wird von der Diözese Macerata, Tolentino, Recanati, Cingoli, Treia in Zusammenarbeit mit dem Generalat der Jesuiten und dem „Istituto Teologico Marchegiano“ organisiert. Nach der Begrüßungsansprache der Autoritäten wird die Veranstaltung mit den folgenden beiden Vorträgen eröffnet: „Vernunft, Kultur und Glaube“ (Camillo Kardinal Ruini) und „Astronomie, Wissenschaft, Glauben“ (Prof. Marco Bersanelli). Im Anschluss befassen sich die Konferenzteilnehmer mit dem „historisch-kirchlichen Kontext und der Bildung von Matteo Ricci“ und im zweiten Teil der Veranstaltung mit den „Instrumenten und der kulturellen Entwicklung im Dialog mit den Chinesen“. Abschließend steht ein Konzert zu Ehren von Matteo Ricci in der „San Giuliano“-Kathedrale in Macerata auf dem Programm.(Fidesdienst)


Port-au-Prince23. Februar 2010

Erste Wiederaufbauprogramme präsentiert

Der ersten Nothilfe nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti am 12. Januar folgte nach wenigen Tagen die Gründung eines „Haitianisch-dominkanischen Nothilfeausschusses“ durch die Jesuiten und deren Partnerorganisationen. Der Ausschuss soll sich regelmäßig treffen, um die Entwicklung der Bedürfnisse und die Erfordernisse vor Ort zu beobachten und die Hilfsprogramme im Bereich der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten jeweils entsprechend anzupassen. Wie aus Informationen des Generalats des Jesuitenordens hervorgeht, die dem Fidesdienst vorliegen, wurde auch ein kleiner Ausschuss mit nur fünf Mitgliedern beim Noviziat des Ordens in Tabarre gegründet, der Wiederaufbauprogramme entwickeln soll, die den Nothilfeprogrammen folgen werden.

Am Sonntag, den 21. Februar, wurde im Rahmen einer Pressekonferenz bereits ein erster Entwurf zu solchen Wiederaufbaumaßnahmen vorgelegt. An der Präsentation nahmen zahlreiche Gäste und Medienvertreter teil. „Unser Vorschlag“, so Kawas François SJ, der den Nothilfeausschuss koordiniert, „wird den verantwortlichen Politikern und anderen Stellen unterbreitet werden. Dabei werden wir auch Gespräche mit den Verantwortlichen der Vereinten Nationen führen, denen wir vor allem die Stimme des Volkes vortragen wollen. Dabei geht es vor allem um die Ärmsten, die keine Stimme haben, sowohl im Hinblick auf die Nothilfe, als auch was den künftigen Wiederaufbau des Landes anbelangt“

Zu den ersten Ergebnissen der Arbeit des Ausschusses schreibt Kawas François weiter: „Wir haben uns mit den Schwierigkeiten, dem Erfolg und anderen Aspekten befasst, die verbessert werden können. Die Hauptsorge ist dabei, wie es gelingt, Wohnungen für die Menschen zu beschaffen. Die Situation ist weiterhin prekär, denn die Menschen leben in provisorischen Unterkünften. Die medizinische Versorgung war ausgezeichnet, doch auch die hygienischen Verhältnisse sind weiterhin problematisch“ (Fidesdienst)


Nürnberg19. Februar 2010

Kampagne "Steuer gegen Armut"

Der im vergangenen Jahr 2009 in der Akademikerseelsorge Basel tätig gewesene Jörg Alt SJ wirbt aktiv in einem Komitee für eine Steuer gegen Armut mit folgenden Anliegen.

Ein internationales Netzwerk aus Nichtregierungsorganisationen, kirchlichen und gewerkschaftlichen Gruppen sowie Attac startet heute eine Unterschriftenkampagne unter einen Offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs der G 20-Länder. Darin werden die Staats- und Regierungschefs aufgefordert, für die Einführung einer Umsatzsteuer auf den Handel mit Finanzvermögen zu sorgen.

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Fribourg16. Februar 2010

Jesuitenmission und die gegenseitige Wahrnehmung von China und Europa

Im Rahmen der Lehrveranstaltung "Das Wir und die Anderen: Eigen- und Fremdwahrnehmung in der Neuzeit", die im Sommersemester 2010 von den Lehrstühlen für Kirchengeschichte der theologischen Fakultät und für Geschichte der Neuzeit der philosophischen Fakultät der Universität Fribourg organisiert wird, wird am 3. März um 19.15 im Universitätsgebäude Miséricorde Saal 3115 Prof. em. Wolfgang Reinhard, Freiburg i.Br. einen öffentlichen Abendvortrag halten zum Thema:

    Bornierter Blick? Jesuitenmission und gegenseitige Wahrnehmung von China und Europa.

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Zürich15. Februar 2010

Fasnachtspredigt von Beat Altenbach SJ, Studentenseelsorger in Zürich

„Wehe Euch, wenn Ihr heut lacht,
Euch über andre lustig macht.
Denn so,“ sagt Jesus zu den Seinen
„werdet klagen Ihr und weinen!“
Ich geb’s gern zu: ich fand’s schon dumm,
dass dieses Evangelium
ausgerechnet jetzt zur Zeit
der allgemeinen Heiterkeit,
wo jeder herzlich lachen mag,
als Predigtauftrag vor mir lag.
Damit schien mein Plan erledigt,
von wegen einer Fasnachtspredigt.

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Port-au-Prince12. Februar 2010

Informations de Kawas François sj sur le travail du comité d'urgence

Je partage avec vous ces quelques informations que j'estime importantes pour suivre l'intervention d'urgence des jésuites sur le terrain en Haïti:

1. La petite commission de 5 personnes chargées de faire une première rédaction de la proposition de projet de société s'est réunie lundi. Nous avançons dans la rédaction. Une autre rencontre est prévue aujourd'hui jeudi 11 février. Le texte sera proposé aux membres de la cellule de réflexion au cours de notre réunion hebdomadaire du dimanche. Il sera enrichi, envoyé aux décideurs et présenté aux médias.

Bericht von Kawas François sj ...


Port-au-Prince10. Februar 2010

Le travail d'urgence continue

Bonjour! Je vous communique, comme d'habitude, des informations sur l'évolution du travail d'urgence des jésuites sur le terrain en Haïti:

1.- Nous continuons à être très présents sur le terrain tout en essayant d'adapter notre action à l'évolution de la réalité du terrain

2.- Notre comité d'urgence s'est réunie vendredi dernier 5 février à 4h30 pm au noviciat jésuite de Tabarre pour évaluer notre action, voir comment est la situation sur le terrain et les nouvelles réponses à donner. Étaient présents, nos amis du SJRS-USA, Ken Gavin et Armando, Alfredo Infante directeur du SJRM-Amérique latine et Caraïbes, Ramon Almansa de Entre-Culturas, Espagne.

Bericht von Kawas François sj ...


Port-au-Prince9. Februar 2010

Organisation du premier secours

Nous tenons à vous communiquer les toutes dernières informations sur l'intervention d'urgence des jésuites et de nos partenaires sur le terrain en Haïti. Merci de votre solidarité fraternelle:

La réunion du lundi de notre Comité d'urgence haïtiano-dominicaine portait essentiellement sur la nécessité d'adapter notre intervention à l'évolution de la réalité sur le terrain. Le Programme alimentaire Mondial (PAM) est l'agence des Nations-Unies chargée de la distribution de la nourriture et l'Organisation Internationale pour les Migrations (OIM) de la question des camps. Quelques membres de notre comité se sont réuni avec le PAM pour voir comment coordonner notre action sur le terrain et faire bénéficier nos centres d'intervention de l'aide fournie par cet organisme. Si cette dernière est suffisante à Port-au-Prince, nous nous dirigerons vers d'autres endroits pauvres et abandonnés. Nous savons que à Petit-Goâve, Grand-Goâve etc, les agences sont vraiment absentes et les gens abandonnés à eux-mêmes.

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Deutschland8. Februar 2010

Hans Langendörfer SJ: „Dunkle Seite der Kirche“

Über die bislang bekannt gewordenen Fälle zeigt sich Hans Langedörfer SJ, Sekretär der deutschen Bischofskonferenz erschüttert. „Ich erlebe in diesen Tagen eine Seite der Kirche, aber auch meines Ordens, die richtig dunkel ist und die mich erschreckt“. Ihn bewege besonders „das unglaubliche Unglück, das Geistliche in das Leben von jungen Leuten gebracht haben“. In Reaktion auf eine Reportage des Magazins „Spiegel“ dementierte Langendörfer aber unter Hinweis auf wissenschaftliche Studien die Vermutung, dass die Ehelosigkeit der Priester eine Ursache von Kindesmissbrauch sei. Allerdings fügte Langendörfer auch an: „Es wäre etwas wirklichkeitsfremd zu behaupten, alles was jetzt bekannt geworden ist, ist es gewesen“, so der Sekretär der Bischofskonferenz. Er bezog sich dabei auf Recherchen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“. Demnach wurden in den vergangenen 15 Jahren in 24 Bistümern 94 Kleriker und Laienmitarbeiter des Missbrauchs beschuldigt.

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Interview mit Klaus Mertes SJ, Rektor des Canisius-Kollegs in Berlin


Bad Schönbrunn8. Februar 2010

Die Schweiz: ein kleines Land in den Bergen ohne Hafen

Mitte des 19. Jahrhunderts. Japan gibt die frei gewählte Isolation auf und öffnet seine Grenzen. Es ist bemüht, internationalen Anschluss zu bekommen und empfängt Botschafter aus aller Welt. Auch Schweizer kreuzen auf – und bringen die japanische Regierung in grosse Verlegenheit. Was das sei, die Schweiz. Nachforschungen ergeben, dass die Schweiz für das Inselland Japan völlig ungefährlich ist: Ein kleines Land in den Bergen ohne Hafen.

Sonntagskolumne von Niklaus Brantschen SJ vom 7. Februar 2010 ...


Vatikan3. Februar 2010

Erinnerungen von Paolo Dezza SJ zum Schweigen Pius XII.

Ja, Pius XII. hat im wesentlichen zum Holocaust geschwiegen – für diese Feststellung braucht man noch nicht einmal eine vatikanische Archiv-Öffnung. Die wirklich spannende Frage ist doch, warum der Pacelli-Papst (für den ein Seligsprechungsverfahren in Gang ist) nicht öffentlich gegen die Judenvernichtung durch die Nazis protestierte, sondern sich – was auch nicht jeder von sich behaupten kann – auf die Rettung hunderter verfolgter Juden in Rom „beschränkte“. Zu Pius` Motiven erschien schon 1964 ein Aufsatz von Paolo Dezza SJ – damals Rektor der Universität Gregoriana, später Kardinal, verstorben 1999. Wir dokumentieren hier die wesentlichen Auszüge aus seinem Text.

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Haiti1. Februar 2010

Jesuit emergency relief efforts continue

“We are not yet out of the emergency phase of responding to the most basic needs, that is: water, food, and medical services. JRS is analysing the situation to predict future needs, while concurrently responding to immediate needs,” according to JRS Dominican Republic’s Sonia Adames on 22 January. “We are still seeing seriously wounded people who have yet to see a doctor. We are seeing tent cities that have thousands of people living in a crowded space with no water, food, or sanitary conditions,” writes Jim Boynton SJ from Port-au-Prince.

More food essential
Rafael Jimenez, JRS social programme coordinator in the Dominican Republic, told that every other day at least three large trucks carry relief materials, collected from parishes and social groups, to Port-au-Prince where food, water and medicine ‘among other things’ are quickly distributed. In comparison, Jimenez says that many of the relief materials sent from far-away countries to Haiti have been stuck at the airport and docks due to poor infrastructure and lack of established networks in Port-au-Prince. "The people in the communities (needing help) are the ones doing the work. They themselves are doing the organizing," Even with aid being delivered more freely, there's still a lot of hunger.

Medical needs
Br Boynton writes: "Diarrhea is now starting to take over the camps. Many mothers came in with their babies, and adults came in as well. We offered them water with sugar and salt. There was little else we could do. We also saw a case of conjunctivitis, which as any school teacher can tell you spreads quickly” As we were leaving the camp I noticed a number of children playing. What is in store for three days from now?


Port-au-Prince29 janvier 2010

L’action et la réflexion des jésuites

Les Jésuites sont présents en Haïti depuis 1704 - à l’exception de plusieurs périodes d’expulsion - et ils connaissent très bien le territoire et la population. Cela a constitué un grand avantage lors de l’organisation de l’aide d’urgence après le séisme et aidera énormément pour la planification à long terme.

Douze centres d’interventions ont été mis sur pied par les Jésuites à Port-au-Prince et à Léogâne ; chacun fournit une aide médicale et alimentaire (voir la carte ici : http://bit.ly/86cUp7). En tout et partout, ces centres prennent soin de plus de 15 000 personnes par jour. En ce moment, toute l’aide envoyée via le Service jésuite des réfugiés, les Provinces jésuites et autres organisations jésuites est expédiée directement à ces centres. Des équipes médicales sons arrivées des États-Unis (lire leur blogue : http://blog.teamrubiconhaiti.org/), de Puerto Rico et de la République dominicaine. Les médecins portoricains planifient de rester pour une période prolongée afin de continuer les soins une fois la gestion de crise passée.

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Port-au-Prince/Zürich27. Januar 2010

Erste Reflexionen zum Wiederaufbau Haitis

In einer der neuesten Meldungen schreibt Pater Kawas François SJ, der Obere der Jesuiten in Haiti: "Eine internationale Arbeitsgruppe von Jesuiten wird kommen, um mit den haitianischen Jesuiten ein globales langfristiges Projekt für die Gesellschaft Jesu in Haiti auszuarbeiten.
Es wird grossenteils darum gehen, die sozialen Werke der Jesuiten in Haiti zu stärken und damit einen dauerhaften und qualifizierten Dienst an der Bevölkerung Haitis nach dem Erdbeben zu leisten. Die Spendenmittel, die für die Erdbebenhilfe gegeben werden, kommen auch diesem langfristigen Projekt zugute. Mit Jesuiten und Mitgliedern der haitischen Zivilgesellschaft haben wir eine Beratungs- und Aktionsgruppe aufgebaut. Sie soll allen Akteuren der Erdbebenhilfe dabei helfen, über die Folgen des Erdbebens, über eine gute Verwendung der internationalen Hilfe und über einen Wiederaufbau, der wirklich der gesamten haitianischen Nation zugute kommt, zu reflektieren."

50.000 Franken konnten die Schweizer Provinz wie auch die Jesuitenmission in einer ersten Soforthilfe schon überweisen. Um die gestarteten Projekte - mehr davon im angehängten Spendenbrief - auszuführen und weiter zu entwickeln, brauchen die Jesuiten in Haiti und der angrenzenden Dominikanischen Republik aber weitere eineinhalb Millionen Franken. Wir leiten auch weitere Spenden gerne umgehend weiter.

Helfen Sie bitte mit Ihrer Spende den Opfern des Erdbebens in Haiti!

» Spendenaufruf der Missionsprokur ... (pdf)

» Spenden-Formular

» Ausführlicher Brief von Kawas François SJ, Haiti


Port-au-Prince/Zürich22. Januar 2010

Dank für erste Hilfeleistungen und weitere Bitten...

Sofort nach dem Erdbeben in Haiti haben sich viele bei der Schweizer Jesuitenmission gemeldet: Wie können wir helfen?

Wir Jesuiten in der Schweiz standen zu diesem Zeitpunkt noch genauso unter Schock wie unsere Mitbrüder in der Karibik. Selbst die Jesuiten in Haiti wussten tagelang nicht, wer überlebt hat und wer nicht. Mittlerweile zeigt sich ein klareres Bild und wir können Ihnen einen ersten Überblick über unsere Hilfe geben.

Die Jesuiten in Haiti und in der benachbarten Dominikanischen Republik haben sich mit anderen Organisationen zusammengeschlossen, um die Hilfsmaßnahmen aufeinander abzustimmen und die Kräfte zu bündeln. Kawas François SJ aus Haiti und Mario Serrano SJ vom Jesuitenflüchtlingsdienst der Dominikanischen Republik koordinieren die gemeinsamen Anstrengungen.
Von der Dominikanischen Republik aus bringen Jesuiten Lastwagen mit Hilfsgütern. Lebensmittel, Trinkwasser und Zelte verteilen sie über die Sozialzentren und Gemeinden in Haiti. Die Hilfe konzentriert sich nicht nur auf die haitianische Hauptstadt Port-au-Prince, sondern erreicht auch andere betroffene Gebiete. Im völlig überfüllten Krankenhaus in Jimani an der Grenze werden Verletzte des Erdbebens betreut. Von hier aus wird die medizinische Hilfe koordiniert: Zusätzliche Mediziner versorgen die Opfer, und mobile Ambulanzen erreichen die Verletzten in Haiti.

Dank erster Spenden konnten wir von Zürich aus bereits Fr. 20’000 Soforthilfe überweisen. Die Jesuitenmission ist kein Katastrophenhilfswerk, das ausländische Fachkräfte in Notgebiete schickt. Aber über unsere Mitbrüder vor Ort haben wir Helfer, die dort zu Hause sind und sich auskennen. Sie packen an, sie leiden mit, sie binden die lokale Bevölkerung ein und werden die Hilfs- und Wiederaufbauprojekte langfristig leiten.

Deshalb begleiten wir die Arbeit unserer Mitbrüder und sind Ihnen dankbar für Ihre Spende. Für die nächsten Wochen und Monate brauchen die Jesuiten rund 1.5 Million Franken, um die gestarteten Projekte aufrecht zu erhalten und weiter auszubauen. Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung!

Ihr P. Toni Kurmann SJ, Zürich

Weiter zu einigen Zitaten von Jesuiten aus dem Katastrophengebiet ...


» Weitere Informationen auf www.jesuitenmission.ch

Helfen Sie bitte mit Ihrer Spende den Opfern des Erdbebens in Haiti!

» Spenden-Formular

» Brief von François Kawas SJ

» Brief von Mario Serrano SJ

» Nachrichten aus Santa Domingo von Martin Lenk SJ (18.1.2010)

» Bericht vom 19. Januar 2010


Rom19. Januar 2010

Christian Rutishauser SJ: Synagogenbesuch ein wichtiges Zeichen

„Mögen die Wunden des Antisemitismus für immer heilen“. Mit diesen Worten erinnerte Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in der römischen Synagoge an die Judenverfolgung während der deutschen Besatzung. Zum Gedenken an die Holocaustopfer der jüdischen Gemeinde Roms legte das katholische Kirchenoberhaupt vor Betreten der Synagoge einen Kranz nieder. Während der Präsident der jüdischen Gemeinde in seiner Rede an die noch offenen Fragen bei der römischen Judenverfolgung erinnerte, betonte der Papst seinerseits auch den „verborgenen und diskreten“ Einsatz des Heiligen Stuhls für die Rettung vieler Juden. Auf die Polemik um Pius XII. ging der deutsche Papst nicht weiter ein – das war für einige seiner Zuhörer, darunter auch viele jüdische Holocaust-Überlebende, eine Enttäuschung. Das meint Christian Rutishauser SJ, Bildungsleiter im Lassalle-Haus, Bad Schönbrunn, im Moment an der Päpstlichen Hochschule Gregoriana, Rom. Im Gespräch mit dem Kölner Domradio beschreibt er die Reaktionen der jüdischen Gemeinde.

Kommentar von Christian Rutishauser SJ ...


Rom18. Januar 2010

Christian Rutishauser SJ zum Synagogenbesuch des Papstes: „Nicht auf Shoah fokussieren“

Erst ein Papst war vor Benedikt in der römischen Synagoge (und überhaupt in einer Synagoge, seit den Zeiten des Petrus): Johannes Paul II. besuchte die jüdische Gemeinde von Rom, die als die älteste im Westen überhaupt gelten darf, im Jahr 1986. Der Schweizer Jesuit und Judaist Christian Rutishauser, der sich gegenwärtig gerade in Rom für eine Lehrverpflichtung an der Päpstlichen Universität Gregoriana aufhält, meint zur Visite Benedikts in der Synagoge am Lungotevere:

„Ich denke, der Besuch wird zeigen, dass Papst Benedikt nicht auf die Shoah fokussiert. Und ich denke, das ist ein großes Zeichen auch für Deutschland. Ich habe den Eindruck - als Schweizer sehe ich das natürlich etwas von außen -, dass der Dialog in Deutschland sehr fixiert ist durch die Aufarbeitung der Shoah. Das ist verständlich; aber wir haben jetzt einen Generationenwechsel im jüdisch-christlichen Dialog. Die Generation der Überlebenden stirbt weg - die Generation, die die wertvolle Pionierarbeit geleistet hat im jüdisch-christlichen Dialog bricht weg. Und die zweite Generation ist nicht mehr so unmittelbar gebunden an diese Geschichte der Shoah und des Holocaust. Das ergibt die Möglichkeit, den Blick noch einmal etwas zu weiten auf die gesamte Geschichte, die man auch in Deutschland hat: Die Juden in Deutschland haben eine jahrhundertalte Geschichte, die eigentlich fast verdängt wurde oder vergessen wurde durch die Shoah. Und hier gibt es auch noch einmal die Möglichkeit einer Weitung. Ich denke, dass Benedikt sicher dazu beitragen wird!“ (Radio Vatikan)


Haiti18. Januar 2010

Ein Augenzeugenbericht aus dem erdbebenverwüsteten Haiti

Mario Serrano SJ vom Jesuiten-Flüchtlingsdienst der Dominikanischen Republik hat in den letzten Tagen eine erste Reise nach Haiti unternommen, zuerst die Niederlassungen seiner Mitbrüder besucht und sich ein Bild von den Zerstörungen sowie vom Elend, in dem die Bevölkerung von Haiti leben muss, gemacht. Ausführlich berichtet er, welche Zustände er im erdbebenverwüsteten Nachbarland vorfand.

Bericht von Mario Serrano SJ ...


Heidelberg/Frankfurt11. Januar 2010

Zur Habilitationsschrift über den heiligen Josef von Ansgar Wucherpfennig SJ

"Josef aber erhob sich, um vor seinem Herrn zu dienen, der in Maria war. Es diente der Priester vor deiner Bundeslade, deinetwegen, o Heiliger!" (Ephraem der Syrer, Weihnachtshymnen 16, 5.Jahrh) Mit diesem wunderschönen Zitat aus den Hymnen des heiligen Ephraem (4.Jahrh.) beginnt der Frankfurter Exeget sein Buch über "Josef den Gerechten", nach den beiden ersten Kapiteln des Matthäus-Evangeliums. Josef ist nach Ephraem zu denken als erster Priester des Neuen Testaments, Maria ist, wie es dann auch in der lauretanischen Litanei heißt und wie es eben hier schon gesagt wird, Arche des Bundes. Denn in ihr wohnt, da sie schwanger ist, Gott, Gottes Sohn. Und daß Josef "aufsteht", berichtet Matthäus öfter, zum Beispiel in 2,20f. Überhaupt ist der hl. Ephraem noch immer und immer wieder ein Geheimtip für die Verbindung von Schriftauslegung und Spiritualität.

Rezension von Klaus Berger ...


Rom10. Januar 2010

Rätsel um den Stern von Bethlehem

Für den Vatikan-Astronomen Guy Consolmagno SJ bleibt der Stern von Bethlehem ein Rätsel. „Wir wissen nicht, was die Hirten oder die Magier am Himmel gesehen haben“, sagte der Meteoriten-Experte der Päpstlichen Sternwarte im Interview mit der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Möglicherweise habe es sich bei der Himmelserscheinung um ein „seltenes astronomisches Ereignis“ gehandelt. Die „tiefste Botschaft“ der Geschichte von den Magiern sei aber, dass die Geburt Jesu eine kosmische Bedeutung hatte. Ob ein tatsächliches Himmelsphänomen den Hintergrund dafür bilde - darüber gebe es keinen Konsens unter den Wissenschaftlern. „Wir werden die Wahrheit nie mit Sicherheit wissen. Das ist gut so“. (Radio Vatikan)


Libanon4. Januar 2010

Auf Terrorismus mit Frieden antworten

Die Angst vor einem neuen islamistischen Terroranschlag steigt: Nach dem vereitelten Attentat auf einen Flug von Amsterdam nach Detroit erwarten Experten weitere Anschläge. Das Terrornetzwerk El Kaida sei in der Defensive, weil es die Mehrheit der Muslime nicht überzeugen könne. Das sagt der Islam-Experte und Dozent an der Sankt-Josef-Universität in Beirut, Samir Khalil Samir SJ. Den Terroristen sei es nie gelungen, durch Gewalt die Zustimmung der Muslime zu gewinnen:

„Die Terroristen haben es nie geschafft, die Struktur eines attackierten Landes zu ändern. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass sie Menschen töten und eine Gewaltspirale initiieren, doch die Menschen können sie damit nicht überzeugen. Es gelingt den Terroristen also nicht, die Scharia einzuführen oder ein Terrorregime auf die Beine zu stellen. Das alles geht so lange weiter, bis sie selber verstehen werden, was der Papst immer betont: Gewalt führt zu gar nichts.“

Allerdings: Von einem möglichen US-Angriff im Jemen, wo angeblich die Terroristen ausgebildet werden, hält der Islam-Fachmann nicht viel. Die jungen Terroristen würden damit sogar noch mehr zu Gewalt angestiftet.

„Sie haben in ihrer Ausbildung gelernt, dass man nur durch Gewalt etwas erreichen kann. Doch das ist eine falsche Wahrheit. Der echte Kampf gegen den Terrorismus besteht also darin, der Welt zu verkünden, dass Friede und Gerechtigkeit die grundlegenden Bedingungen sind, damit die Menschheit überleben kann.“ (Radio Vatikan)


Bad Schönbrunn3. Januar 2010

Prosit Neujahr – Auf was stossen wir an?

Der Wünsche sind viele, die uns in diesen Tagen erreichen und die wir anderen entbieten. Das begonnene Jahr soll ein gutes, erfülltes, gesegnetes werden. Glück und Erfolg soll es uns bringen und vor allem, ja vor allem, Gesundheit. Denn das ist schliesslich das Wichtigste. Oder vielleicht doch nicht?

Kolumne von Niklaus Brantschen SJ in der Südostschweiz ...


Lateinamerika29. Dezember 2009

« Est en flammes » l’Amazonie, ñande rekoha (notre demeure)

Une forêt à l’agonie. Et c’est l’Amazonie brésilienne. Son titre « poumon de la planète » peut disparaître d’un moment à l’autre. Déjà on ne peut plus boire de son eau, ni pêcher. Il y a du venin. Mammifères, reptiles, oiseaux. Tous sont en train de disparaître. Constamment les richesses que l’Amazonie renferment sont menacées par le narco trafique, les mafias, la militarisation des communautés et les frontières, l’exploitation de ses ressources naturelles et la biopiraterie, pratique réalisée par des entreprises de pays riches pour élaborer des remèdes, médicaments et cosmétiques. Pressions et attaques. Peuples indigènes essayant de sauver leur identité. Morts pour un morceau de terre. Déjà l’Amazonie n’est plus aussi verte.

Pour aller plus loin ...


Bad Schönbrunn20. Dezember 2009

Weihnacht ist ganz und gar nicht harmlos

Es weihnachtet sehr in diesen Tagen. Ausdruck davon sind Lichter in den Strassen und in den Stuben; das Bemühen zu schenken und die Hoffnung beschenkt zu werden; Aktionen für Menschen am Rande – in der Nähe und in der Ferne; der Versuch, menschliche Wärme zu erfahren und zu gewähren, kurz: Mensch zu werden und Mensch zu sein eingedenk der Nacht, da Gott selbst Mensch geworden ist. Doch so einfach ist das nicht.

Gedanken von Niklaus Brantschen SJ ...


Luzern18. Dezember 2009

Vortrag von Eberhard von Gemmingen SJ an der Hochschulgemeinde Luzern

Ein voller Vorlesungssaal erwartete im Union Eberhard von Gemmingen SJ. Die Hochschulseelsorge «Horizonte» hatte den bekannten Leiter der deutschen Abteilung von Radio Vatikan zum Vortrag nach Luzern eingeladen. Mitte Oktober beendete von Gemmingen seine Tätigkeit in Rom und kehrte nach Deutschland zurück. 27 Jahre lang, von 1982 bis 2009, war er einer der führenden Köpfe in einem medialen Grossunternehmen, welches aktuell 400 Leute beschäftigt und den Vatikan jährlich 25 Millionen Euro kostet. Gesendet wird inzwischen in fast 50 Sprachen. Mit dem Abgang des Jesuitenpaters endet auch eine Ära deutschsprachiger Radiokultur im Vatikan.

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Jesuiten Flüchtlingsdienst Berlin18. Dezember 2009

Erlebnisbericht eines jungen Jesuiten aus der Abschiebehaft in Berlin

Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich ein Jahr lang für den Jesuiten-Flüchtlingsdienst in Berlin gearbeitet. Ich möchte über das Schicksal einer Frau berichten, die ich bei meinen Besuchen in der Abschiebehaft traf. Ihr Schicksal ist für mich exemplarisch für das Leid von Millionen Flüchtlingen. Die Menschen, die in Deutschland ein erfolgloses Asylverfahren hinter sich haben und deren Abschiebungshindernis wegfällt oder die sich nicht rechtzeitig auf der Behörde wieder melden, können bei einer Polizeikontrolle festgenommen und inhaftiert werden. Wenn alle Rechtsmittel erschöpft sind, dann geraten diese in die Sackgasse des deutschen Rechtssystems. Ihr Traum von einer Perspektive in Europa verwandelt sich in einen Albtraum. Festgenommen zu werden, ist die ständige Angst der sogenannten Papierlosen.

Ganzer Bericht von Trieu Quoc Nguyen SJ ...


Nairobi14. Dezember 2009

Rückblick auf die Afrika-Synode

Im Oktober 2009 fand im Vatikan die zweite Afrika-Synode statt, an der der Jesuit Michael Czerny vom African Jesuit AIDS Network (AJAN) als Konsultor teilnahm. Nachdem auf dieser Website bereits verschiedene Stellngnahmen von Michael Czerny zu aktuellen Problemen in Afrika veröffentlicht worden sind, möchten wir hiermit auch seinen Synodenbericht zugänglich machen.

Zum Synodenbericht von Michael Czerny SJ in englischer Sprache ...


Rom13. Dezember 2009

Jose Gabriel Funes SJ zur neuen Publikation "Astronomie und Vatikan"

Der Vatikan hat sich tatkräftig am derzeit laufenden Jubiläumsjahr für Galileo Galilei beteiligt – mit Ausstellungen und Konferenzen, zuletzt an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften zum Thema „Astrobiologie“ und damit der Frage, ob es Leben im All gibt. Historisch betrachtet, war das Verhältnis zwischen Kirche und Astronomie nicht immer reibungsfrei. Die vatikanische Verlagsbuchhandlung hat nun einen schönen Bildband zum Thema „Astronomie und Vatikan“ herausgebracht.

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Zürich2. Dezember 2009

Pierre Emonet SJ: Rückkehr der Intoleranz und der religiösen Apartheid

Die Schweizer Jesuiten, einst selber Opfer von diskriminierenden Massnahmen, sind empört über die Annahme der Anti-Minarett-Initiative in der Volksabstimmung vom 29. November. Als einen Sieg der Intoleranz bezeichnet der Provinzial der Schweizer Jesuiten, Pierre Emonet SJ, das Abstimmungsergebnis. Mit dem Volksentscheid niste sich ein Keim der Gewalt ins soziale Gefüge des Landes ein, der den religiösen Frieden ernsthaft bedrohe.

Pierre Emonet drückt sein Bedauern darüber aus, dass eine irrationale, von fremdenfeindlichen Ideologen geschickt ausgenützte Angst gesiegt habe über die Tradition der Toleranz und des Respekts, die lange Zeit das soziale und das politische Leben der Schweiz gekennzeichnet hätten. Und dies trotz Warnungen des Bundesrates und unzweideutiger Stellungnahmen der politischen Parteien und der Kirchen.

Mit Grundrechten inkompatibel

Dass das Volk nun wieder einen religiösen Ausnahmeartikel gutheisse, lasse die Jesuiten nicht gleichgültig. Hätten sie doch als Opfer ähnlicher Bestimmungen gehofft, dass diese "diskriminierende Mentalität" der Vergangenheit angehöre. Das Minarett-Verbot deutet der Jesuiten-Provinzial als Rückkehr der Intoleranz und der religiösen Apartheid. Obschon auf demokratische Weise zustandegekommen, sei es eine mit den Grundrechten von Bürgern eines Rechtsstaates inkompatible "Ächtung" einer Minderheit.

Zum französischen Original ...


Bad Schönbrunn2. Dezember 2009

Time-out statt Burn-out – vom guten Umgang mit der Zeit

Zeit – jede Stunde hat sechzig Minuten, doch wie verschieden erleben wir sie! Eine leidvoll durchwachte Nacht erscheint uns wie eine Ewigkeit. Dann wieder sind Stunden wie im Nu vorbei, etwa in der Nähe eines geliebten Menschen. Man liebt nicht mit dem Blick auf die Uhr. In einem Freundeskreis singen und erfahren wir vielleicht: Es sind erhaben über Raum und Zeit die Ritter der Gemütlichkeit. In solchen Stunden stehen wir über der Zeit, haben Zeit in Fülle. Für gewöhnlich aber haben wir zu wenig Zeit. Nicht wir haben Zeit, die Zeit hat uns und hält uns wie in einem Netz gefangen. Der Wecker rasselt, das Frühstück kann warten, der Bus wartet nicht. Die Termine häufen sich, der Kalender ist voll – und wir sind stolz darauf. Zeit verlieren oder gar verschwenden, ist verpönt. Denn Zeit ist Geld.

Kolumne von Niklaus Brantschen SJ in der Südostschweiz ...


Welt-Aids-Tag1. Dezember 2009

Michael Czerny SJ: Aids an vielen Fronten bekämpfen

Südlich der Sahara leben mehr als zwei Drittel aller von HIV betroffenen Menschen. Im Jahr 2007 starben dort mehr als drei Viertel aller Aids-Infizierten weltweit. „HIV ist ein Virus, der das Immunsystem schwächt und zerstört. Aber Aids ist auch eine kulturelle, familiäre, kommunale und spirituelle Realität. Der Kampf gegen Aids muss an all diesen Fronten ausgetragen werden.“ Michael Czerny SJ ist Direktor des afrikanischen Jesuitennetzwerkes gegen Aids (AJAN). Anlässlich des Weltaidstages am 1. Dezember sendet Radio Vatikan ein Gespräch mit dem Experten.

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Nürnberg30. November 2009

Jörg Alt SJ zur "Steuer gegen Armut"

Bundeskanzlerin Merkel ruft die Banker zu mehr Vernunft im Finanzhandel auf: Die Krise sei noch nicht einmal vorbei, der Bankensektor aber schon wieder in alte Handlungsmuster zurückgefallen. Eine Steuer auf Finanztransaktionen wäre da eine geeignete Gegenmaßnahme, findet Jörg Alt SJ aus Nürnberg. Er hat gemeinsam mit verschiedenen Organisationen, darunter die Deutsche Bischofskonferenz, kirchliche Hilfswerke, aber auch der Deutsche Gewerkschaftsbund, eine Kampagne ins Leben gerufen. Der Titel: „Steuer gegen Armut“. Wie das funktionieren soll und welche Idee dahinter steht, darüber hat Dominik Skala mit ihm gesprochen.

Zum Interview ...


Uganda28. November 2009

„Jesuit Refugee Service“ veranstaltet Workshop für Flüchtlingsvertreter

„Wenn die Delegierten der Flüchtlinge das im Rahmen unseres Workshops vermittelte Wissen über ihre Rechte und Pflichten auch nur an zwanzig Mitglieder ihrer Herkunftsgemeinschaft weitergeben, dann hat der Jesuit Refugee Service damit 600 Flüchtlingen und Asylbewerbern ein wertvolles Instrument für die Integration in den Gastländern zur Verfügung gestellt“, so die Pressesprecherin der Abteilung Ostafrika des JRS, Angelika Mendes.

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München26. November 2009

Johannes Wallacher zum Klimawandel

Der Klimawandel vollzieht sich schneller als erwartet. Das geht aus einem aktuellen Bericht führender Klimawissenschaftler hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Für die Rettung des Klimas müssten die globalen Emissionen nach 2020 radikal abnehmen, so die Autoren der so genannten „Kopenhagen-Diagnose“. Sie sei „der letzte wissenschaftliche Aufruf“, „den Klimaschutz-Zug“ beim bevorstehenden Klimagipfel in der dänischen Hauptstadt nicht zu verpassen. Ohne deutliche Verminderung der Emissionen könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu sieben Grad Celsius ansteigen.

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Afrika24. November 2009

Learning to face AIDS as a family - Message for World AIDS Day, 1 December

When AIDS began to afflict Africa about 25 years ago, few of us reacted well. People who were HIV-positive or suffered from AIDS could easily find themselves condemned, rejected, cast out and treated "as good as dead". How different things must be now, wherever belonging God's family means reacting as Jesus showed us.

Many spiders working together can tie up a lion.

Fifteen years ago the first Synod for Africa enculturated and indeed africanized Vatican II with the inspiring expression Church-Family of God in Africa. The Church has invited her sons and daughters to re-imagine what it means to be Christian as a family community. For the last seven years now, the African Jesuit AIDS Network (AJAN) has been enabling our Assistancy to develop ways of facing HIV and AIDS in our works and communities, individually and with our co-workers, as Ignatian family.

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Bad Schönbrunn23. November 2009

2009 - ein bewegtes Jahr jüdisch-christlichen Gesprächs

Der Dialog zwischen Religionsgemeinschaften ist, wie der Austausch zwischen anderen Kollektiven der Gesellschaft, angesichts einer immer enger zusammenwachsenden Welt unverzichtbar. Bereits der Konzilstext "Nostra aetate" benennt die Globalisierung als historischen Kontext des interreligiösen Dialogs. Das Gespräch zwischen Juden und Christen ist jedoch aus einer andern Notwendigkeit heraus entstanden. Es hat sich nach der Shoah aufgedrängt, da der christliche Antijudaismus als Geisteshaltung entlarvt wurde, welche die Christenheit lähmte, dem nationalsozialistischen Antisemitismus etwas entgegenzuhalten.

Artikel von Christian M. Rutishauser SJ in den Stimmen der Zeit ...


Luzern19. November 2009

Einsatz für das verlorene Paradies

Predigt von Provinzial Pierre Emonet SJ am 15. November 2009 in der Jesuitenkirche Luzern zum Gedenktag der ermordeten Jesuiten in El Salvador.

Wann und wie wird die neue Welt kommen? Dies war die Frage, die die erste Generation der Christen beschäftigte. Eine Frage, die sich jedermann, der sich nach einer besseren Welt sehnt, mehrmals im Lauf seines Lebens stellt. Sie drückt einfach die Sehnsucht nach dem verlorenen Paradies aus, d.h. dem Traum nach einer Welt, wo Gerechtigkeit, Frieden und Mitleid statt Unrecht, Krieg und Grausamkeit herrschen. Für die ersten Christen war diese neue Welt mit der Rückkehr Christi verknüpft. Wann und wie war für sie die Frage. Wann und wie bleibt auch für uns die Frage.

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Nürnberg17. November 2009

Einsatz der Jesuitenmission für Finanztransaktionssteuer

Die Jesuitenmission nimmt sich des Themas „Finanztransaktionssteuer“ an. Mit einer Besteuerung von Finanzgeschäften sollen Gelder für die Bekämpfung der weltweiten Armut gesammelt werden. Hinter der Kampagne mit dem Titel „Steuer gegen Armut“ steht der engagierte Jesuit Jörg Alt. Er hofft, dass eine Petition an den Deutschen Bundestag, die dort vor vier Tagen angenommen wurde, in den nächsten drei Wochen 50.000 Unterschriften erhält. Das würde schon reichen, „damit wir eine öffentliche und gründliche Behandlung dieses Themas bekommen“, so Alt. Die Petition und weitere Informationen zur Finanztransaktionssteuer finden sich auf www.steuer-gegen-armut.org. (radio vatikan)


Vatikan14. November 2009

José Funes SJ, Leiter der päpstlichen Sternwarte, zur Astrobiologie

Am 10. November ging im Vatikan eine Experten-Tagung zur Astrobiologie zu Ende, die sich mit den Ursprüngen des Lebens im All auseinandersetzte. Auf Einladung der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und in Zusammenarbeit mit der „Specola Vaticana“ diskutierten rund 30 Wissenschaftler aus aller Welt seit vergangenen Freitag über die Bedingungen für die Entstehung von Organismen auf der Erde und auf anderen Planeten.

Wie der Direktor der Vatikanischen Sternwarte P. José Funes SJ bei der heutigen Pressekonferenz versicherte, habe sich die Tagung als eine wichtige Veranstaltung für Wissenschaftler verschiedener Disziplinen erwiesen. An der Pressekonferenz nahmen auch Prof. Chris Impey (University of Arizona), Dr. Athena Coustenis (Observatorium Paris) und Prof. Jonathan Lunine (II. Universität Rom „Tor Vergata“) teil.

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Luzern13. November 2009

Alte Klischees

Die Jesuiten haben sich nicht dem Zeitgeist angepasst, wie die Weltwoche behauptet, sondern die wahren Absichten ihres Gründers wiederentdeckt: Ignatius von Loyola dachte global, und nicht bloss europäisch.

Als kürzlich in der Minarett-Debatte vergleichbare Herausforderungen in der Schweizer Geschichte gesucht wurden, erinnerten Geschichtskenner daran, dass in der Schweizer Bundesverfassung der Jesuitenorden von 1848 bis 1973 verboten war. Und auf die Nachricht hin, dass die Schweizer Jesuitenzeitschrift Orientierung ihr Erscheinen einstelle, kramte die Weltwoche alle Klischees anti-jesuitischer Polemik hervor, mit welchen (auch katholische) Ordensgegner seit Jahrhunderten herumfuchteln. Sie unterstellte dem Jesuiten-Orden eine opportunistische und in Finanzfragen heuchlerische Veranlagung und wertete die Schliessung der Orientierung als Beleg dafür, dass der Orden, der früher von den einen als päpstliche Elitetruppe gefeiert und von den anderen als Bollwerk intriganter Dunkelmänner diffamiert wurde, einem fatalen Zerfall ausgesetzt sei, weil er sich dem linken Zeitgeist angepasst habe.
Artikel von Franz-Xaver Hiestand SJ in der "Weltwoche" 46/2009 ...


El Salvador11. November 2009

Zur Ermordung der Jesuiten und ihrer Mitarbeiterinnen vor 20 Jahren

Manche Verbrechen haben eine geschichtliche Dimension. Das trifft für die Ermordung von Ignacio Ellacuría SJ, Amando López SJ, Joaquín López y López SJ, Juan Ramón Moreno SJ, Ignacio Martín-Baró SJ, Segundo Montes SJ und der Köchin Elba mit ihrer Tochter Celina Ramos am 16. November 1989 gleich in mehrfacher Hinsicht zu. Wenige Tage zuvor war in Berlin die Mauer gefallen – der Anfang vom Ende des Kalten Krieges. Doch in El Salvador wurde der 1980 ausgebrochene Bürgerkrieg, der auch ein Stellvertreterkrieg im Ost-West-Konflikt war, noch einmal richtig heiß. Die Guerilla führte seit dem 11. November eine landesweite Offensive und hielt ein Drittel der Hauptstadt San Salvador besetzt. Die Armee fühlte sich mit dem Rücken zur Wand.

Darstellung von Martin Maier SJ ...


Rom6. November 2009

Kommentar von Eberhard von Gemmingen SJ zum Kreuz-Urteil

Wenn die Gründerväter Europas, Adenauer, de Gasperi und Schumann von dem Kreuzurteil hörten, würden sie zu Tode erschrecken – oder mit dem Austritt aus diesem Europa drohen. Was hier vor sich geht, ist entweder Kulturkampf oder Dummheit. Europa wurde nicht nur auf griechischer Kultur und römischem Recht sondern auch auf dem Geist des Evangeliums gegründet. Dafür stehen drei Hügel: Areopag, Kapitol und Golgotha. Sie sind der Boden unserer Verfassungen. Die Aufklärung hat eine Falschinterpretation des Christentums überwunden. Wenn man Indien den Hinduismus verbieten würde, würde man Indiens Kultur zerstören. Wenn man Europa das Christentum verbietet, wird Europa untergraben. Keine Religion ist nur Privatsache. Aber kein Kind leidet Schaden, wenn es in der Schule Jesus Christus sieht. Das Kind soll lernen, woher unser Denken, unsere Sozialeinrichtungen, unsere Rechtskultur herkommen. Das schadet keinem Kind, das hilft ihm vielmehr.


Zürich6. November 2009

Zur Ausbreitung der Ignatianische Spiritualität heute

„Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich nur ganz seiner Führung anvertrauten.“
Auch wenn diese Aussage des Heiligen Ignatius von Loyola bis heute nichts von ihrer Gültigkeit eingebüsst hat, so könnte er doch jetzt zu Beginn des 21. Jahrhunderts auch mit einem gewissen Stolz feststellen, wie viele Menschen sich mit Hilfe seiner Spiritualität von Gott auf ihrem Weg begleiten lassen. Namentlich seit den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts und dem Aufbruch durch das 2. Vatikanischen Konzil wurden die sogenannten Exerzitien, die Geistlichen Übungen des Ignatius, und die damit verbundene Spiritualität sowohl im Jesuitenorden selber als auch weit über dessen Grenzen hinaus neu entdeckt und verbreitet.

Gedanken von Beat Altenbach SJ ...


Basel6. November 2009


Wer Angst sät, verhindert gelungene Begegnungen

Die Plakatkampagne der Anti-Minarett-Initianten vermischt auf verwirrende Art verschiedene Themen, die für ein friedliches Leben mit Muslimen in der Schweiz bedeutsam sind. 1. Es ist falsch, die in der Schweiz lebenden Muslime pauschal eines Eroberungsgedankens zu bezichtigen. 2. Es ist falsch, den Bau von Minaretten als Bedrohung für die herkömmliche Kultur der schweizerischen Bevölkerung zu deuten. 3. Angesichts jener Gewaltdelikte, in die Muslime verwickelt sind, ist es ungeschickt, die Muslime pauschal als gewaltbereit zu bezeichnen. Im Forum der BAZ vom 28. Oktober lesen wir im Gastbeitrag von Georg Kreis eine bedenkenswerte Warnung: „Den gefährlichen Trend haben wir nicht bei den Muslimen, sondern bei der schweizerischen Rechten. Wie eine steigende Flut.“ Warum ist das so? Weil für das menschliche Zusammenleben der sozialpsychologische Mechanismus wirkt, dass die Angst der einen vor den andern, bei den andern Angst vor den einen provoziert. Gefährlich ist dieses Spiel mit der Angst, weil es viel einfacher ist, Vertrauen zu zerstören als aufzubauen. Wer etwas Erfahrung mit der interkulturellen Integration von Menschen hat, weiss wie hinderlich gegenseitiges Misstrauen für gelungene nachbarschaftliche Beziehungen ist. Alle Stimmberechtigten sollten am 29. November die Gelegenheit nutzen, denjenigen Tendenzen, die gegenseitige Angst, Ablehnung und Unverständnis säen, entgegen zu treten.
Deshalb NEIN zur Minarettverbots-Initiative!
Christoph Albrecht SJ, Basel


Weitere Stellungnahme von Christoph Albrecht ...


Tübingen1. November 2009

Katholische Denker erinnern an ermordete Befreiungstheologen

Theologen aus Deutschland und Lateinamerika haben am Wochenende in Tübingen der Ermordung von sechs Jesuiten und zwei Frauen in San Salvador vor 20 Jahren gedacht. Bei der vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor und von der Katholisch-Theologischen Fakultät in Tübingen organisierten Veranstaltung erinnerten sie an das Wirken der Befreiungstheologen an der Zentralamerikanischen Universität der Jesuiten (UCA). Die Jesuiten und die Frauen waren von Armeeangehörige des Landes umgebracht worden.

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Zürich/Rom1. November 2009

Zu den linken und unwichtigen Jesuiten der Weltwoche

Die Kirche braucht euch, sie zählt auf euch und wendet sich weiterhin voll Vertrauen an euch, besonders um jene physischen und geistigen Orte zu erreichen, wo andere nicht oder nur schwer hingelangen. Überall in der Kirche, an den schwierigsten und vordersten Fronten, bei ideologischen Auseinandersetzungen, dort wo soziale Konflikte aufbrechen, wo die tiefsten menschlichen Wünsche und die ewige Botschaft des Evangeliums aufeinanderstossen, da waren immer und sind Jesuiten.

Das sind nicht die Worte eines linksintellektuellen Basislobbyisten, auch nicht des Sprechers einer NGO. Nein, es war Papst Benedikt der XVI., der mit dieser Bitte am 21. Februar 2008 den neuen Generaloberen der Gesellschaft Jesu, Adolfo Nicolás, zusammen mit 224 Mitbrüdern empfangen hat.

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Nairobi31. Oktober 2009

Le Pape Benoît et le SIDA en Afrique

Présentant sa première visite en Afrique en tant que Pape, Benoît XVI a tenu la traditionnelle conférence de presse avec des journalistes qui l’ont accompagné en avion jusqu’à Yaoundé . La cinquième question fût la suivante :

Votre Sainteté, parmi les nombreux maux qui affligent l'Afrique, un des plus préoccupants est l’extension du SIDA. La position de l'Église catholique sur la façon de lutter contre celui-ci est souvent considérée comme non-réaliste et inefficace. Parlerez-vous de ce thème au cours de votre voyage ?

N’importe quelle réponse aurait probablement fait les gros titres. Seul un fragment de la réponse du Pape a instantanément été retenu avec frénésie par les médias, ce qui en a laissé plus d’un perplexe, attristé et même outré. Attardons-nous avec attention au-delà des gros titres, sur ce que le Pape a réellement dit, et essayons de comprendre ce qu’il a voulu dire.

Voyons d’abord le contexte. Selon les chiffres de 2006, les Africains catholiques baptisés se dénombraient à environ 150 millions, quelques 17 % de la population africaine, comparés au 12 % en 1978. Selon ONUSIDA (2007), environ 22 millions de personnes en Afrique Sub-saharienne sont contaminées par le VIH. Cela représente 67 % des séropositifs dans le monde. Les trois-quarts des décès enregistrés à cause du SIDA, en 2007, sont survenus en Afrique Sub-saharienne.

Au journaliste, le Pape Benoît a donné une réponse brève mais touchant plusieurs dimensions de ce problème extrêmement complexe.

Commentaire de Michael Czerny SJ...


Rom30. Oktober 2009

Eberhard von Gemmingen SJ stellt seinen Arbeitsalltag vor

27 Jahre lang war Eberhard von Gemmingen SJ Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan: nun verlässt der 73-Jährige seinen Posten bei dem als «Stimme des Papstes» bekannten Sender.
Insgesamt arbeiten rund 400 Leute bei Radio Vatikan, sie senden in 47 Sprachen. Zwei Abteilungen haben es besonders schwer: die chinesische wegen der politischen Lage in China, und die deutsche Abteilung, weil die Deutschen sehr Papst-kritisch sind und nun ausgerechnet ein deutscher Papst, Benedikt der XVI, für negative Schlagzeilen sorgt.
Seine Absicht, die exkommunizierten Bischöfe der Pius-Bruderschaft wieder in den Schoss der Katholischen Kirche zu holen, darunter auch einen Holocaust-Leugner, hat viele Gläubige entsetzt.
Wie geht man bei Radio Vatikan mit einer solchen Krise um, wenn man einerseits Journalismus machen will, anderseits aber die Stimme des Papstes sein soll?

Interview von Radio DRS mit Eberhard von Gemmingen SJ


Fankfurt/M25. Oktober 2009

Friedhelm Hengsbach SJ: Fehlende Rückbesinnung für wirklichen Neustart

Der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach SJ vermisst eine umfassende Aufarbeitung der Finanzkrise. Eigentlich verlange eine solche Krise einen gesellschaftlichen Aufbruch wie zu Zeiten der Wende von 1989, sagte Hengsbach im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag). Doch derzeit sei für ihn fraglich, ob es zu einem wirklichen Neustart komme. Er habe das Gefühl, dass die Lernbereitschaft deutlich weniger ausgeprägt sei, als vor einem halben Jahr. Als Beispiel verwies Hengsbach auf das Verhalten einzelner Banken. Auf dem Höhepunkt der Krise hätten sie nach der Hilfe des Staates gerufen und eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte befürwortet. Inzwischen warnten jedoch dieselben Verantwortlichen wieder vor zu strikten Vorgaben. Erforderlich sei ein grundsätzlicher Mentalitätswandel, forderte der Sozialethiker. Dies könne allerdings nur dann erreicht werden, „wenn sich diese Banker fragen, was ihre Funktion im System ist“. (radio vatikan)


Malta22. Oktober 2009

Provinziäle Europas zum Elend der Bootsflüchtlinge

In Malta wiesen die Leiter der europäischen Jesuitenprovinzen in einer Erklärung darauf hin, dass weder Malta noch die Länder an der südlichen Außengrenze Europas das Problem der afrikanischen Bottsflüchtlinge im Mittelmeerraum allein lösen können und forderten die Europäische Union zum umgehenden Eingreifen auf. Die Möglichkeit, in Europa Asyl zu beantragen, müsse in der Realität auch erreichbar sein. Die Jesuiten fordern die EU-Mitgliedsstaaten auf, schutzsuchenden Personen effektiv Solidarität zu zeigen, die Verantwortung für die gemeinsamen Menschenrechtsverpflichtungen mit den überlasteten Staaten an den EU-Außengrenzen zu teilen und die Partnerschaft mit den afrikanischen Herkunftsstaaten auszubauen, um neue Möglichkeiten zu schaffen, ein Leben in Würde dort fortsetzen zu können. Der Einsatz für Flüchtlinge und Migranten ist weltweit eine Priorität des Ordens. In Europa unterhält der Jesuiten-Flüchtlingsdienst Büros und Beratungsstellen in 13 Ländern, darunter auch in Brüssel.


Ordensgeschichte19. Oktober 2009

Die mediale Vorbereitung zur Aufhebung des Jesuitenordens 1773

Der Untergang der Alten Gesellschaft Jesu wird immer mehr als terra incognita der Geschichtswissenschaft wahrgenommen. Dabei hatte er grosse kulturelle Relevanz und tiefgreifende Folgen für die Kirche und das Ordenswesen. Bisherige Darstellungen waren immer von weltanschaulicher und konfessionalistischer Polemik begleitet. Diese überwindet Christine Vogel und stellt im vorliegenden Werk die Ergebnisse einer methodisch neuen Untersuchung vor: der länderübergreifenden Debatte um die Vertreibung der Gesellschaft Jesu aus Portugal 1759 bis zur Aufhebung 1773, welche sie anhand von Pressemeldungen, Bildpublizistik und Streitschriften in äusserem Verlauf und inhaltlicher Dimension nachzeichnet.

Rezension von Paul Oberholzer SJ...


Päpstliche Soziallehre8. Oktober 2009

L’Encyclique Caritas in Veritate : « Réfléchir! » et « Aimer! »

Le Pape Benoît XVI commença sa nouvelle encyclique, Caritas in Veritate, par ces mots : À tous les hommes de bonne volonté sur le développement humain intégral dans la charité et dans la vérité. Mais que peut apporter Caritas in Veritate à une pauvre femme africaine vivant avec le VIH ? Peut-elle aider le lecteur d’un journal catholique à saisir les paroles du Saint Père ?

J'ai pensé à Rosanna, une mère d’une vingtaine d’années, abandonnée, VIH-positive, luttant pour survivre dans un taudis de Nairobi. Six ans plus tard, dit-elle, ma famille ne m’a toujours pas acceptée, ni ma mère, ni mes sœurs, ni mon mari. J'ai perdu des emplois parce que je suis séropositive.

Commentaire de Michael Czerny SJ, Nairobi...


Rom, Afrika-Synode5. Oktober 2009


Hopes for the second African Synod

When some 200-plus bishops and advisors from all over Africa gather in Rome in October, a special focus will be on how the Catholic Church can best serve the people of this continent. The Second African Synod (officially called “The Second Special Assembly for Africa of the Synod of Bishops”) meets 04 to 25 October, with the theme “The Church in Africa in Service to Reconciliation, Justice and Peace” ‘You are the Salt of the Earth…You are the Light of the World (Mt 5: 13-14)’”

commentary by Peter Henriot S.J....


Lassalle-Haus29. September 2009

Christian Rutishauser SJ: Interesse an Kirche und Religion hat unter Männern zugenommen

"Männer in Bewegung": Unter diesem Titel hat der Religionssoziologe Paul M. Zulehner mit dem Sozialwissenschaftler Rainer Volz eine Studie zum Rollenverständnis der Männer veröffentlicht. Befragt wurden knapp 1.500 (deutsche) Männer zwischen 17 und 85 zu Themen wie Familie, Arbeit, Sexualität und Religion. Dabei wurden die Ergebnisse mit einer 1998 durchgeführten Vorgänger-Studie verglichen. - Christian Rutishauser SJ, Direktor des Lassalle-Hauses in Edlibach ZG, hat sich mit der Untersuchung befasst. Das Lassalle-Haus hat 2009 ein eigenes Kursprogramm für Männer gestartet.

Interview mit Christian Rutishauser SJ


München22. September 2009

Stimmen der Zeit: Innerkirchlicher Richtungsstreit hinter der Aussöhung mit den Piusbrüdern

Die Jesuitenzeitschrift „Stimmen der Zeit“ sieht hinter der von Papst Benedikt XVI. gewünschten Aussöhnung mit den Traditionalisten einen innerkirchlichen Richtungsstreit. Die Piusbruderschaft habe „erklärtermaßen nicht vor“, das Zweite Vatikanische Konzil uneingeschränkt anzuerkennen, schreibt der neue Chefredakteur des Blattes, Andreas Batlogg SJ, im Editorial der Oktober-Ausgabe. Mit der Bruderschaft „mögen jetzt auch andere Kreise ihre Stunde gekommen sehen, das Zweite Vatikanum kleinzureden“. Batlogg schreibt, gegen eine schleichende Aushöhlung und Demontage des Konzils sowie gegen spitzfindige Umdeutungen könne nur der Papst selbst einschreiten.

Derweil appelliert die kritische Bewegung „Wir sind Kirche“ an die deutschen Bischöfe, die Kirche auf dem Kurs des Konzils zu halten. Die Bischöfe sollten sich „unmissverständlich in Rom zu Wort melden“, falls auch nur der Anschein von Zugeständnissen des Vatikans an die Piusbruderschaft bei der Auslegung der Konzilstexte entstünde. (radio vatikan)


Rom18. September 2009

„Unsere Sternwarte ist Ort des Dialogs“

Papst Benedikt XVI. hat den neuen Sitz der Vatikan-Sternwarte in Albano bei Rom besucht. Das Kirchenoberhaupt segnete am Mittwoch die Räume und trug sich wie alle seine Vorgänger in das Gästebuch des Observatoriums ein. Es handelte sich um einen „informellen Besuch“. Für Aufsehen sorgte im Mai 2008 eine Äußerung des Leiters der vatikanischen Sternwarte, José Gabriel Funes SJ: Der Glaube an Gott schließe nach seiner Einschätzung nicht aus, auch an die Existenz außerirdischer Wesen zu glauben. Beim Papstbesuch war dies aber nicht das Hauptthema. Vielmehr haben die Vatikan-Astronomen dem Papst die Meteoritensammlung zeigen wollen, damit er „ein bisschen Weltraum anfassen“ könne, so einer der vatikanischen Weltraumforscher.(radio vatikan)

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Zürich10. September 2009

«Not kennt weder Religion noch Politik»

Der slawisch-byzantinische Ritus, Ikonen, russische Literatur und die Ukraine sind seine Leidenschaft, Helfen ist seine Berufung. Mit Robert Hotz SJ sprach Pia Stadler von der Redaktion forum, dem Pfarrblatt des Kantons Zürich über ein zerrissenes Land und seinen Einsatz für die leidende Bevölkerung.

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Lassalle-Haus8. September 2009

Neue Männerstudie von Prof. Paul Zulehner

Der bekannte Religionssoziologe Prof. Zulehner hat im März dieses Jahres eine neue Studie zu Mann und Religion veröffentlicht. 1200 Männer und 800 Frauen befragte er in einer neuen Studie der evangelischen und katholischen Kirche zur Lebenswelt der Männer von heute. Er vergleicht ihre Antworten mit einer ähnlichen Erhebung, die vor zehn Jahren breite Diskussionen ausgelöst hatte.

Prof. Zulehner wird dazu am 16. September um 20 Uhr einen öffentlichen Vortrag im Lassalle-Haus Bad Schönbrunn halten.

Wenn Sie sich direkt mit den Ergebnissen von Prof. Zulehner befassen möchten, bestellen Sie bitte die Studie kostenlos unter info@maennerarbeit-ekd.de.

Wir freuen uns, wenn wir Sie persönlich in unserem Haus begrüssen dürfen, sei es bei einem Kurs, einem Besuch in unseren Ausstellungen oder zu einem der vielen öffentlichen Veranstaltungen.


Sudan8. September 2009

Jesuitenflüchtlingsdienst mahnt: „Bildung statt Rüstung“

Der Jesuitenflüchtlingsdienst Ostafrika ruft die Regierung im Südsudan auf, mehr in die Bildung zu investieren. Damit reagiert das katholische Hilfswerk anlässlich des Weltalphabetisierungstages am 8. September auf die drastischen Kürzungen der südsudanesischen Regierung im Bildungssektor um mehr als 25 Prozent in den letzten Jahren. Das sei angesichts der wachsenden Zahl an Schülern und Auszubildenden seit dem Friedensabkommen 2005 unverantwortlich, sagte gegenüber Radio Vatikan die Sprecherin des Jesuitenflüchtlingsdienstes Ostafrika, Angelika Mendes:

„Wir kritisieren diesen Einschnitt aus dem einfachen Grund, weil Bildung ein Schlüssel für Entwicklung und Stabilität ist. Der Südsudan kommt aus einem zwanzigjährigen Bürgerkrieg und braucht dringend Stabilität und Frieden. Zudem muss man sehen, dass es in den letzten vier, fünf Jahren seit dem Friedensabkommen erhebliche Fortschritte gab im Bereich Bildung. Es liegt uns daran, dass diese Fortschritte aufrecht erhalten werden, so dass weiterhin in Bildung investiert wird und Bildung sicher gestellt wird, dass mehr Menschen im Sudan Zugang zu Bildung erhalten, damit sie langfristig in einem friedlichen Land leben können.“

Grund für die drastischen Kürzungen im Bildungsbereich ist die Finanznot der südsudanesischen Regierung. Diese bezieht ihr Einkommen hauptsächlich aus dem Handel mit Erdöl. Angesichts fallender Ölpreise sind die öffentlichen Gelder nun knapp. Der größte Teil werde in dem ehemaligen Bürgerkriegsland immer noch in Waffen und das Militär investiert. Das sei langfristig nicht der richtige Weg zu gesellschaftlicher Stabilität, kritisiert der Jesuitenflüchtlingsdienst. Der Wiederaufbau des Landes hinge dagegen massiv vom Ausbau des Bildungssystems ab, so Mendes.
„Es müssen Lehrer ausgebildet werden, und sie müssen regelmäßige Löhne erhalten. Das ist ein ganz großes Problem. Es gibt so viele Lehrer, die monatelang keine Löhne bekommen. Die Infrastrukturen müssen verbessert werden, denn zum Teil sitzen 100 bis 130 Schüler in einer Klasse. Diese Regierung steht vor einer immensen Aufgabe, weil es im Südsudan nach dem Krieg im Grund überhaupt kein Bildungssystem gab. Das versucht die Regierung jetzt von Null an aufzubauen und das mit sehr begrenzten Ressourcen, sowohl was das Personal betrifft, als auch finanzielle Mittel. Deshalb rufen wir auch die internationale Gemeinschaft und andere Organisationen, die in diesem Bereich arbeiten, dazu auf, die Regierung zu unterstützen, weil das eine Aufgabe ist, die sie nicht alleine bewältigen kann.“ (radio vatikan)


Rom22. Juni 2009

Filmpremiere: Matteo Ricci, ein Jesuit im Reich des Drachens

Die Erinnerungen von Erzbischof Celli, die Zitate aus der Botschaft des Papstes in der Ansprache von Bischof Giuliodori von Macerata, die Träume von Federico Lombardi SJ und das Engagement des chinesischen Botschafters auf den Spuren von Matteo Ricci SJ bereicherten die Präsentation des Dokumentarfilms „Matteo Ricci, ein Jesuit im Reich des Drachens“ von Gjon Kolndrekaj über den Jesuiten und Missionar aus der italienischen Region Marche.

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Ordensgeschichte25. Mai 2009

Jesuiten in Eichstätt - Jahrestagung des Jesuitica e.V.

Die gegenwärtigen Restaurierungsarbeiten an der Schutzengelkirche in Eichstätt waren für den Verein Jesuitica e.V. Anlass, die Jahrestagung vom 12. bis 14. März 2009 im Priesterseminar und ehemaligen Jesuitenkolleg der Geschichte der dortigen Jesuitenzu widmen. In fünf Sektionen wurde dem erfreulich großen und disziplinär gemischten Kreis der Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer eine breite Palette von Aspekten wie etwa Geschichte und Baugeschichte des Jesuitenkollegs, Patrozinium, Ausstattung und Restaurierungsgeschichte der Schutzengelkirche oder Literatur, Theater und Naturwissenschaft im jesuitischen Umfeld in Eichstätt präsentiert.

Ganzer Bericht von Esther Schmid Heer...


Vatikan18. Mai 2009

Benedikt XVI. würdigt Chinamissionar Matteo Ricci (1552-1610)

Eine „Pastoralstrategie“, die in der Freundschaft und der Achtung einer edlen und fernen Kultur wie der chinesischen gründet und mit einer derartigen Intelligenz verwirklicht wurde, dass sie als „prophetisch“ bezeichnet werden könnte: Diesen Grundgedanken bringt Papst Benedikt XVI. in seinem Schreiben an den Bischof von Macerata, Claudio Giuliodori, zum Ausdruck, in dessen Diözese der große Jesuit Matteo Ricci am 6. Oktober 1552 geboren wurde. Der Papst übersandte seine Botschaft in die Stadt in der italienischen Region Marken im Rahmen der Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 500. Todestag des Chinamissionars, der am 11. Mai 1610 in Peking verstarb.

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Benedikt XVI. in Israel18. Mai 2009

Der Papstbesuch in Israel

Papst Benedikt XVI. hat sich in den letzten Monaten und Jahren mit einigen Äusserungen zum interreligiösen Dialog und entsprechenden Aktionen massiver Kritik ausgesetzt. Entsprechend heikel ist seine Reise nach Isarel. Christian Rutishauser SJ äusserte sich im Tagesgespräch auf DRS 1 vom 11. Mai 2009 zum Besuch des Papstes im Heiligen Land und zu den Chancen und Herausforderungen seines eigenen Engagements im jüdisch-christlichen Dialog.

Tagesgespräch mit Christian Rutishauser SJ zum Papstbesuch in Israel


Benedikt XVI. in Israel10. Mai 2009

Christian Rutishauser SJ: Eine Pilgerreise als Gratwanderung

Der Besuch des Papstes in Israel wird mit grossen Erwartungen verknüpft. Vor allem der Nationalfeiertag vom 14. Mai verlangt einen heiklen Balanceakt.

Kommentar von Christian Rutishauser SJ in der NZZ vom Mai 2009 ... (pdf)

Ostern9. April 2009

Licht über der Stadt.

Der Maler Max Ernst (1891 – 1976) hebt in manchen seiner Bilder versunkene Welten ans Tageslicht. Wie es im Surrealismus, der künstlerischen Bewegung, welcher er angehörte, üblich war, reiht er Motive, welche sich dem Tages-Bewusstsein normalerweise entziehen, wie im Traum aneinander. Im Bild «die versteinerte Stadt» holt er 1935 diesen geistigen Vorgang sogar manuell nach, indem er mehrere Farbschichten auf die Leinwand aufträgt und die unteren Schichten danach wieder freikratzt.

Gedanken von Franz-Xaver Hiestand SJ, Luzern...

Traditionalismus18. Februar 2009

Am Scheideweg

Ob sich die römisch-katholische Kirche in die Katakomben zurückzieht oder erneuert und weltoffen bleibt, hängt bald entscheidend von ihren 25- bis 45-jährigen Mitgliedern ab.
Gut 100 Jahre lang, bis etwa 1960 (und in rein katholischen Gegenden bis 1975) verstand sich diese Kirche als „societas perfecta“, als rechtlich und politisch unabhängige Gemeinschaft, welche über alle Mittel verfügte, um ihren Mitgliedern materielles Auskommen und Seelenheil zu ermöglichen. Man wurde im katholischen Krankenhaus geboren, von Nonnen für die Schule vorbereitet, heiratete katholisch, kaufte beim katholischen Bäcker ein, engagierte sich in der katholischen Partei oder der katholischen Gewerkschaft und wurde katholisch beerdigt. Über allem öffentlichen und familiären Leben thronte die Kirche.

Kommentar von Franz-Xaver Hiestand SJ...


Traditionalismus16. Februar 2009

Pastoraler Flurschaden nach dem Gewitter?

Symbolträchtig und doch voller Verhängnisse war der Augenblick, in dem Papst Benedikt der XVI. die Exkommunikation der Bruderschaft Pius’ X aufhob. Es waren fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der Ankündigung des II. Vatikanischen Konzils, darüberhinaus auch das Ende der Gebetswoche für die Einheit der Christen. So sprechend der Zeitpunkt, so folgenschwer dieser Schritt zur Versöhnung.

Kommentar von Hans Schaller SJ...


Film/Kultur12. Februar 2009

Bilder, die die Welt bewegen - 16. Filmtage Nord/Süd 2009

Die Schweizer Jesuiten sind mit dem Fastenopfer und etwa zehn Missionsinstituten Träger der Fachstelle "Filme für eine Welt". Integriert in die "Stiftung für Bildung und Entwicklung", präsentiert "Filme für eine Welt" alle zwei Jahre neue, speziell für Bildungsarbeit und Unterricht ausgewählte Filme. Auf dem Programm der diesjährigen Ausgabe stehen 13 Filme, die durch thematische Vielfalt und einen hohen Aktualitätsbezug charakterisiert sind.

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Traditionalismus10. Februar 2009

Der Fehltritt, der den Sturm auslöste

Pierre Emonet SJ, Genf, zur Aufhebung der Exkommunikation der Lefèbvre-Bischöfe

Die Aufhebung der Exkommunikation für vier Bischöfe der schismatischen Pius-Bruderschaft (Ecône VS) durch Papst Benedikt XVI. habe einen wahren Sturm ausgelöst, schreibt Pierre Emonet SJ, Chefredaktor der französischsprachigen Jesuiten-Zeitschrift "Choisir". Er bemängelt fehlende Klarheit und mangelnden Realismus seitens des Vatikans.

Kommentar von Pierre Emonet SJ in einer Übersetzung der Presseagentur Kipa.


Kommentar9. Februar 2009

Der Papst ist zu weit gegangen

Interview der Tageszeitung Blick mit Christian Rutishauser SJ, Mitglied der vatikanischen Kommission für die Beziehungen zum Judentum, über die Aufhebung der Exkommunikation von Richard Williamson.

Blick: Als Sie vor zwei Wochen von der Begnadigung des Holocaustleugner-Bischofs hörten, was ging da in Ihnen vor?

Christian Rutishauser SJ: Meine erste Reaktion waren ­totale Konsternation und Unverständnis. Ich weiss ja, dass Antisemitismus in der Kirche nicht salonfähig ist, auch nicht im Vatikan. Warum hat der Papst das gemacht? Für mich ein grosses Fragezeichen.

Ganzes Interview...


Film7. Februar 2009

Ein Angebot zur Versöhnung - die Beichte

Zur Beichte gehört verlässliche Verschwiegenheit. Wer beichtet, erleichtert sich von Belastungen, ohne öffentlich angeprangert zu werden. Deswegen hält selbst ein Schriftsteller wie Günther Grass die Beichte für „etwas sehr Menschliches, etwas sehr Gutes“.
Immer geschieht sie vor Gott. Noch mehr als der beichtende Mensch muss sich der Zuhörer dessen bewusst bleiben. Wer zuhört, dient nur als Instrument. Sein Ohr und seine Worte sollen helfen, dass sich das Innere des Beichtenden versprachlicht, verkörperlicht. Damit, wie die Franzosen so eindrücklich sagen, „le langage prenne corps“.

Gedanken von Franz-Xaver Hiestand, Luzern...


Film7. Februar 2009

Idealismus und Gewalt

Warum sind religiös motivierte Männer bereit zu töten? Der Südtiroler Regisseur Andreas Pichler sucht in seinem Dokumentarfilm «Pfad des Kriegers» nach Antworten auf diese seit dem 11. September 2001 hochaktuelle Frage.

Kommentar von Franz-Xaver Hiestand SJ...


Geschichte der Gesellschaft Jesu5. Februar 2009

Andrea Pozzo - einer der größten Barockkünstler

Vor 300 Jahren, am 31. August 1709, starb in Wien der Jesuitenbruder Andrea Pozzo. Er gilt als einer der bedeutendsten Barockkünstler und gehört zu den großen Kunsttheoretikern seiner Zeit. Pozzo wirkte als Maler, Architekt und Bühnenbildner - er führte mit überlegener Beherrschung der Perspektive, technischer Meisterschaft und glänzender Phantasie die scheinräumliche Wand- und Deckenmalerei zur Vollendung und schuf damit die Grundlagen der illusionistischen Raumbehandlung des Spätbarocks. Zudem veröffentlichte Pozzo das erste Lehrbuch über die Perspektive in Malerei und Architektur. Diese Publikation wurde ein einflussreiches Standardwerk und erschien in 45 Auflagen und acht Sprachen, darunter auch Chinesisch.

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Spiritualität15. November 2008

Der inneren Bestimmung folgen

Bruno Lautenschlager SJ, Psychotherapeut in Bern, veröffentlichte mit seinem deutschen Ordensbruder und Berufskollegen Eckhard Frick einen Dialogband über spirituelle Entdeckungen bei C.G. Jung. Meienberg, Mitarbeiter des Berner Pfarrblattes führte mit dem Autor ein Gespräch über die Bedeutung von Spiritualität heute.

Zum Interview ...

Kurzbesprechung von Franz-Xaver Hiestand SJ, Luzern ...


Ordensgeschichte5. August 2008

Zum facettenreichen Wirken der Jesuiten

Präsenz in allen Epochen und über den ganzen Erdball

Die Geschichte der Gesellschaft Jesu ist wegen deren globaler Ausbreitung und der verschiedenartigen Tätigkeitsfelder ihrer Mitglieder nur schwer in eine umfassende und übersichtliche Darstellung zu bringen. Zudem sind die verschiedenen Epochen, Regionen und Werke in völlig unterschiedlicher Intensität erforscht. Von diesen beiden Komponenten ist das vorliegende Buch durchzogen, das ohne Anspruch auf Vollständigkeit in gewissen Teilen Handbuchcharakter hat. Andere Beiträge hinwiederum thematisieren bisher wenig Beachtetes oder gar die Ergebnisse neuer Forschungen.

Buchbesprechung von Paul Oberholzer SJ...


Ordensgeschichte7. Mai 2008

Ein Leben zur Erforschung der mittelalterlichen Scholastik

Eine Biographie über Franz Ehrle SJ (1845-1934)

Die Gesellschaft Jesu von heute hat zu ihren Mitbrüdern des 19. Jahrhunderts ein gebrochenes Verhältnis. Peter Gangl, selbst Jesuit, will dem entgegenwirken und hat in seiner Dissertation das kreative wissenschaftliche Arbeiten von einem Jesuiten im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert untersucht: von Franz Ehrle (1845-1934), während eines Grossteils seines Lebens Mitarbeiter und Präfekt der Vatikanischen Bibliothek. Dem Autor geht es nicht um eine Biographie im engeren Sinn. Vielmehr hat er sich mit der Person Ehrles in Verbindung mit der vor allem von Rom geförderten Neuscholastik auseinandergesetzt. Ausgangspunkt ist die Enzyklika „Aeterni Patris“ aus dem Jahre 1879, mit der die Wiedereinführung der Scholastik im Lehrbetrieb angeordnet wurde.

Buchbesprechung von Paul Oberholzer SJ...


Frieden, Politik, Kirchen26. April 2008

Jerusalem wohin?

Seit mehreren Jahren engagiert sich das Lassalle-Institut, eine UN-akkreditierte Nichtregierungsorganisation, die im Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn, Edlibach/ZG (Schweiz) beheimatet ist, für eine Zukunft Jerusalems als offene Stadt und als Ort, an dem Frieden spezifisch erlernt und eingeübt werden kann. Angeregt durch ein Memorandum der kirchlichen Würdenträger aus Jerusalem veranstaltete das Lassalle-Institut vom 14.-17. April 2008 eine Konferenz mit dem Titel: "Jerusalem – Offene Stadt zum Erlernen des Friedens in der Welt".

Tagungsbericht...


Freiburg1. April 2008

"Die Welt ohne Gott à la Nietzsche ist gescheitert"

Jesuitenprovinzial Albert Longchamp zur Generalkongregation und zur Zukunft des Ordens

Einen Wahlzettel von der Wahl des neuen Jesuitengenerals am 19. Januar in Rom habe er behalten, der stecke in seinem Notizbuch. Albert Longchamp, seit Oktober 2005 Schweizer Jesuitenprovinzial, hat als einer der 225 Delegierten an der 35. Generalkongregation des grössten Männerordens teilgenommen. Die Presseagentur Kipa hat mit dem 66-Jährigen über die Zukunft der Jesuiten gesprochen.

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Ordensgeschichte12. März 2008

Jesuiten und Naturwissenschaften

Jahrestagung von Jesuitica e.V. in Würzburg
Historiker sind in ihrer Schulzeit mit Naturwissenschaften oft auf Kriegsfuss gestanden. Ebenso konnten es viele spätere Naturwissenschaftler kaum erwarten, das mühsame Auswendiglernen im Geschichtsunterricht an den Nagel zu hängen. Folge sind zwei Wissenschaftsstränge, die die Historiker vergessen lassen, dass die Naturwissenschaften die abendländische Kultur und Mentalität stark bestimmten. Und die Naturwissenschaftler verlieren gerne aus dem Blick, dass sich ihre Disziplinen keineswegs in einem geradlinigen Erkenntnisprozess, sondern über ein langes und vages Experimentieren entwickelten und auch ihre Geschichte haben.

Tagungsbericht von Paul Oberholzer SJ ...


Interreligiöser Dialog10. März 2008

Unverständliches als Anlass für tieferes Verstehen

Verschiedenste Gremien, die sich im jüdisch-christlichen Dialog engagieren, haben sich vor einem Jahr wegen schwerer Bedenken an Papst Benedikt XV. gewandt, als sie von der geplanten, breiteren Zulassung der tridentinischen Messe hörten. Die Leseordnung, die Gebete und der gesamte Ritus spiegeln eine vorkonziliare Theologie wider und stehen somit gegen die wertvollen Errungenschaften der Erneuerung des Verhältnisses von katholischer Kirche und jüdischer Religionsgemeinschaft seit Nostra Aetate, dem Konzilsdokument von 1965. Als im Juli 2007 dann das „motu proprio“ des Papstes - mehrere Monate später als angekündigt - doch veröffentlicht wurde und die tridentinische Messe auch ohne bischöfliche Sondergenehmigung zuliess, schien das Allerschlimmste jedoch abgewendet: Der Text besagt nämlich, dass die österlichen drei Tage, der Kern der ganzen Liturgie und des Kirchenjahres, ausgenommen seien und an diesen Tagen nur der neue Ritus zu feiern sei.

Kommentar von Christian Rutishauser SJ ...


Zürich4. Februar 2008

"Das Christentum gibt zu denken"

Der Jesuit Peter Henrici, von 1960 bis 1993 Professor für neuere Philosophiegeschichte an der Universität Gregoriana in Rom und darauf bis 2003 Weihbischof in der Diözese Chur, hielt am 31. Januar an der dortigen theologischen Hochschule seine Abschiedsvorlesung. Ausgangspunkt waren die drei neuzeitlichen Philosophen Leibniz, Kant und Hegel, die die moderne Philosophie bestimmten aber sich weitgehend von christlichen Denkansätzen leiten liessen - dass also nicht nur das Mittelalter als "Zeit des Glaubens" gepriesen werden dürfe.
"Zu denken" gibt dem scheidenden Dozenten die Verarmung an theologischem Wissen an theologischen Fakultäten und kirchlichen Kreisen. In Anbetracht verheissungsvoller Herausforderungen der Kirche in Lateinamerika, Afrika und Asien gibt sich Peter Henrici aber weiterhin optimistisch.

> Abschiedsvorlesung von Weihbischof em. Peter Henrici SJ an der theologischen Hochschule Chur. (pdf)


Buchtipp27. Dezember 2007

Zentraleuropäische Jesuiten in Brasilien

Auch wenn die Gesellschaft Jesu in Europa vorwiegend als Schul- und Gelehrtenorden wahrgenommen wurde, investierte sie ihre personellen Ressourcen immer zu einem beträchtlichen Teil in die missionarische Tätigkeit. So wurden ab dem 17. Jahrhundert auch aus dem deutschen Sprachraum Jesuiten nach Übersee gesandt. Das vorliegende Werk widmet sich der portugiesischen Kolonie Brasilien und bildet den ersten Band eines umfassenden bio-bibliographischen Handbuches zur Erforschung von Jesuiten zentraleuropäischer Provenienz in Portugiesisch- und Spanisch-Amerika im 17./18. Jahrhundert.

> Buchbesprechung von Paul Oberholzer SJ ... (pdf)


Befreiungstheologie17. Juli 2007

Die Lehrverurteilung von Jon Sobrino SJ im größeren Zusammenhang

Am 15. März 2007 hat die vatikanische Glaubenskongregation eine Erklärung und eine erklärende Note zu zwei christologischen Büchern des salvadorianischen Befreiungstheologen Jon Sobrino SJ veröffentlicht. Darin werden eine Reihe von Aussagen als irrig und gefährlich bezeichnet, die den Gläubigen schaden können. Entgegen anderslautender Behauptungen des Erzbischofs Fernando Sáenz Lacalle von San Salvador wurde aber kein Lehr- und Publikationsverbot gegen Sobrino verhängt.

Kommentar von Martin Maier SJ ...


Ordensgeschichte

Kreatives Weiterleben – Die Gesellschaft Jesu nach ihrer Aufhebung

Zur Jesuitica-Tagung vom 16./17. März 2007 in Augsburg

Hat die Gesellschaft Jesu überhaupt einmal zu existieren aufgehört? Auch dort, wo das päpstliche Aufhebungsbreve verkündet wurde, hat die Frage ihre Berechtigung. Denn viele ehemalige Jesuiten lebten danach als Weltpriester am selben Ort in Gemeinschaft weiter und versahen dieselben Aufgaben. Welche Präsenz die Gesellschaft Jesu nach 1773 hatte, und wie ihr Gedankengut weiterlebte, war Gegenstand der Jahrestagung des Vereins „Jesuitica“, der sich die Erforschung des Erbes der Gesellschaft Jesu zur Aufgabe gemacht hat, vom 16./17. März 2007 in Augsburg – in der Stadt, in der die Jesuiten nach ihrer „Zwangsversetzung“ in den Weltklerikerstand eine fast reichere Tätigkeit entfalten konnten als vorher.

> Tagungsbericht von Paul Oberholzer SJ ...


Interreligiöser Dialog

Zum Treffen des International Catholic-Jewish Liaison Committee in Kapstadt

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil organisiert die päpstliche Kommission für die religiöse Beziehung zu den Juden Konferenzen mit dem Jüdischen Komitee für Interreligiöse Angelegenheiten. So wurde vom 4.-7. November 2006 das 19. Treffen des zuständigen International Catholic-Jewish Liaison Committee (ILC) in Kapstadt durchgeführt.

> Tagungsbericht von Christian Rutishauser SJ ...


Ökumene – Interreligiöser Dialog

Aus der Konsultationstagung des Ökumenischen Rates der Kirchen
Vom 10. bis 12. Dezember 2006 fand die Konsultationstagung (ÖRK) statt.

> Tagungsbericht von Christian Rutishauser SJ ...

inschaft weiter und versahen dieselben Aufgaben. Welche Präsenz die Gesellschaft Jesu nach 1773 hatte, und wie ihr Gedankengut weiterlebte, war Gegenstand der Jahrestagung des Vereins „Jesuitica“, der sich die Erforschung des Erbes der Gesellschaft Jesu zur Aufgabe gemacht hat, vom 16./17. März 2007 in Augsburg – in der Stadt, in der die Jesuiten nach ihrer „Zwangsversetzung“ in den Weltklerikerstand eine fast reichere Tätigkeit entfalten konnten als vorher.

> Tagungsbericht von Paul Oberholzer SJ ...


Interreligiöser Dialog

Zum Treffen des International Catholic-Jewish Liaison Committee in Kapstadt

Seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil organisiert die päpstliche Kommission für die religiöse Beziehung zu den Juden Konferenzen mit dem Jüdischen Komitee für Interreligiöse Angelegenheiten. So wurde vom 4.-7. November 2006 das 19. Treffen des zuständigen International Catholic-Jewish Liaison Committee (ILC) in Kapstadt durchgeführt.

> Tagungsbericht von Christian Rutishauser SJ ...


Ökumene – Interreligiöser Dialog

Aus der Konsultationstagung des Ökumenischen Rates der Kirchen
Vom 10. bis 12. Dezember 2006 fand die Konsultationstagung (ÖRK) statt.

> Tagungsbericht von Christian Rutishauser SJ ...


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